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Neue Umsatzquellen der Medienunternehmen

Personalisierte Inhalte bereitstellen. Neues unternehmerisches Denken.
Susanne Böck | 16.11.2016

Hubert Burda Media nutzt leistungsstarke Internettechnologien, um Konsumenten maßgeschneiderte digitale Angebote anzubieten. Durch eine Kombination aus dem Open-Source-Publishing-System Thunder und einem Personalisierungs-und Optimierungs-Tool verwandelt das Medienhaus anonyme Website-Besucher in adressierbare Konsumenten.

Medienunternehmen wie Hubert Burda Media haben die Auswirkungen der digitalen Transformation bereits seit Längerem antizipiert und im Laufe der Zeit ihre Systeme kontinuierlich optimiert. Das Verlagswesen benötigt neben den Vertriebserlösen und dem Anzeigengeschäft neue Erlösquellen – diese entstehen vor allem im Umfeld der direkten Geschäftsbeziehungen zu Endverbrauchern. Die Magazine von Burda erreichen alleine in Deutschland 52 Millionen Leser. Doch es stellen sich zentrale Fragen: Wer sind diese Leser? Welche Vorlieben haben sie? Was lesen sie? Und wofür geben sie Geld aus? Darüber haben Medienkonzerne bislang nur sehr wenige Informationen.

Personalisierte Inhalte bereitstellen


Hubert Burda Media wollte es genau wissen und die Leser und deren Vorlieben besser kennenlernen, um Angebote in einem nächsten Schritt zu individualisieren. Dazu nutzt das Medienhaus eine leistungsfähige Kombination aus der eigens entwickelten Thunder-Distribution des Open-Source-Content-Management-Systems (CMS) Drupal 8 und der Personalisierungslösung. Mit Letzterer lassen sich Bewegungsdaten von Websites, Einkaufsportalen, Newslettern, Umfragen und anderen Systemen in einem 360-Grad-Unified-Customer-Profile zusammenführen und auf dieser Basis personalisierte Inhalte bereitstellen.

Neues unternehmerisches Denken

Hubert Burda Media hat die Leser und nun auch die passenden Tools zur Hand, um aus 52 Millionen anonymen Lesern adressierbare Konsumenten zu machen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Anzeigenumsätze gilt es, neue Wege zu beschreiten, um neue Umsatzquellen zu erschließen. Dies beinhaltet für alle Mitarbeiter, vom Marketing-Manager über den Redakteur bis zum Produktmanager, dass sie sich noch stärker als bisher mit den Bedürfnissen und Interessen der Konsumenten auseinandersetzen müssen.

In diesem Zusammenhang entstand auch ein neues Set von KPIs. Entscheidend sind nun nicht mehr allein Seitenaufrufe und Klickzahlen, sondern zum Beispiel auch Konvertierungsraten von anonymen zu registrierten Nutzern und der Erfolg neuer Geschäftsmodelle.

Segmentierung und Personalisierung


Burda nutzt das Open-Source-CMS Drupal 8 zusammen mit dem Personalisierungs-und Optimierungs-Tool und einigen weiteren Technologien für den Aufbau von Beziehungen zu Website-Besuchern. Auf der Website des Fashion-Magazins InStyle beispielsweise analysiert Burda zunächst anonyme User. Als Ergebnis entstehen fundierte Voraussagen darüber, was die Besucher interessieren könnte und Schritt für Schritt ein 360-Grad-Konsumenten-Profil. Im Ergebnis bekommen unterschiedliche User unterschiedliche Versionen der InStyle-Website angezeigt. Die jeweiligen Inhalte sind individuell auf den jeweiligen Nutzer und seine Interessen zugeschnitten.

Differenzierte Personalisierung nach der Anonymitätsschranke

Darüber hinaus interessiert sich Burda auch für den direkten Kontakt mit seinen Konsumenten. Hierzu werden die Leser beim Bestellen von Newslettern, beim Online-Kauf und an sogenannten Identification Walls nach ihrer E-Mail-Adresse gefragt. Gibt der Nutzer sein Einverständnis, können fortan seine Bewegungsdaten wie Kauf- oder Lesehistorie mit seiner E-Mail-Adresse in der Datenbank verknüpft werden. Dies ermöglicht Burda nicht nur die direkte Kommunikation mit dem Konsumenten, sondern auch die Evaluierung neuer Geschäftsideen. So können fundierte Businesspläne für neue Erlösfelder erstellt werden, die sich auf echte Daten von Konsumenten stützen, zu denen Burda einen direkten Draht hat.

Weitere Informationen unter www.acquia.com/de