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Fünf aktuelle Tipps für erfolgreiches SEO

Dank Künstlicher Intelligenz und Machine-Learning weiß Google immer genauer, was User von den Suchergebnissen erwarten. SEO wird noch schwieriger.
Gabriele Braun | 12.04.2017

Die Microsoft-Suchmaschine Bing hat 2016 ihren Marktanteil in Deutschland laut statista.com* deutlich steigern können - auf 4,2 Prozent. Damit bringt die Nummer 2 auf dem Suchmaschinen-Markt jedoch den Platzhirsch Google nicht ernsthaft in Bedrängnis. Dessen Marktanteil liegt mit 94,5 Prozent mehr als 22-mal (!) so hoch. Das Geschäft der Suchmaschinen-Optimierung, kurz: SEO, dreht sich deshalb hierzulande weiterhin fast ausschließlich um Google. Der Beinahe-Monopolist ruht sich auf seinem Erfolg nicht aus, sondern entwickelt sein Angebot stetig weiter. Mit RankBrain hat er letztes Jahr ein System Künstlicher Intelligenz in die Internet-Suche eingeführt (siehe Fachartikel von Abakus vom Januar 2017). Bei den Suchkriterien spielen schnelle Ladezeiten und die Sprachsuche gemäß der Maxime Mobile first sowie die HTTPS-Verschlüsselung eine größere Rolle als in früheren Jahren.

Daraus erwachsen mehrere Konsequenzen. Die positivste für die Nutzer sind optimalere Suchergebnisse. Google weiß immer besser, worauf User bei ihrer Suche eigentlich hinaus wollen, sei es die Eingabe von Wörtern mit Mehrfachbedeutung, die lokale Suche, selbst wenn sie nicht als solche formuliert ist, oder die Auswahl der geplanten Interaktion, also beispielsweise reine Informationsabfrage oder Shopping-Recherche. Für Seitenbetreiber und SEO-Agenturen werden die Zeiten eher schwieriger. Greifen doch die althergebrachten Maßnahmen zur Ranking-Verbesserung nicht mehr so richtig. Selbst eine aussagekräftige Seite, auf die eine ganze Flut an starken Backlinks verweist, bringt keine Top-Platzierung, wenn andere Faktoren nicht den Erwartungen der User und damit der Google-Algorithmen entsprechen. Deshalb haben wir einige wertvolle Tipps zusammengetragen, wie aus einer geschickten Maßnahmen-Kombination doch noch eine gute Platzierung auf den Ergebnisseiten hervorgehen kann.

1. Mobile first

Google erhöht aufgrund der wachsenden Zahl der Seitenaufrufe von mobilen Devices aus sukzessiv die Bedeutung der Mobilopitimierung von Websites für das Ranking. Neben schneller Ladezeit geht es dabei auch um Responsive Webdesign. Sicherlich ist das ein Grund für den Aufschwung des Open-Source-CMS-Systems Wordpress, das in seinen Themes schon länger die flexible Seitenanpassung für unterschiedliche Bildschirmgrößen berücksichtigt.

Prüfen können Sie Ihre Mobile-Seite mit der Google Test-Optimierung für Mobilgeräte: https://search.google.com/search-console/mobile-friendly .

Mobile First Indexing-Tipps gibt die OnPage.org GmbH in einem Fachartikel auf der marketing-BÖRSE:
https://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/1649-Mobile-First-Indexing---Was-Webseitenbetreiber-jetzt-beachten-sollten

2. Schneller Seitenaufbau

Ein bedeutender Rankingfaktor ist der schnelle Seitenaufbau. Lange Ladezeiten nerven und führen zu häufigen Abbrüchen. Optimieren Sie deshalb die Geschwindigkeit für die Internetnutzung und sorgen Sie für einen schnellen Seitenaufbau, egal ob am PC oder auf dem Smartphone. Im Mobile-Bereich entwickelt Google als Open Source die Technologie Accelerated Mobile Pages, kurz: AMP genannt. Das Projekt startete im Februar 2016. Über 30 internationale Medienhäuser nutzen bereits diese performante Technologie. Doch auch kleinere Seitenbetreiber, zum Beispiel Blogger, erstellen damit ihre Seiten. Kein Wunder: AMP-optimierte Seiten werden inzwischen im Ergebnis-Ranking bei Google deutlich bevorzugt.

Weitere Tipps zum Optimieren der Ladezeiten gibt die contentXXL GmbH unter https://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/1703-Schneller-als-die-Polizei-erlaubt-PageSpeed-richtig-messen-und-verbessern/136627.

Mehr Informationen zum AMP-Projekt bei Google finden Sie hier: https://www.ampproject.org/de/

3. Lokale Suche

Eine wachsende Bedeutung kommt der lokalen Suche zu. Eine Herausforderung für Suchmaschinen-Programmierer ist dabei die häufig nicht ausformulierte Intension. Fragt beispielsweise ein User: „Wo ist der nächste Bäcker?“, muss Google erkennen, dass es sich erstens um eine lokale Anfrage handelt, und zweitens über die Standortkoordinaten den relevanten Suchbereich definieren. In der Ergebnisliste und einem Maps-Ausschnitt werden die Bäckereien im Umkreis des Users aufgeführt. Für Seitenbetreiber kann es deshalb Sinn machen, Longtail-Keywords mit lokalem Bezug bzw. für überregionale Anbieter, die lokal gefunden werden wollen, eigene Lokalseiten zu erstellen. Ebenfalls hilfreich ist ein (kostenloser) Eintrag in Google My Business, für das ein Profil bei Google+ benötigt wird. Im Eintrag können nicht nur Informationen zu Adresse, Öffnungszeiten, Angebot etc. einfließen, sondern auch Bewertungen und Rezensionen.


4. Relevanter und aktueller Content

Zwei Faktoren geben dem Content eine neue Bedeutung: Erstens platziert die kontextbezogene Suche durch RankBrain nur userzentrierte, hundertprozentig auf die Bedürfnisse und Erwartungen eines Suchenden eingehende Inhalte in Top-Positionen.
Zweitens bringt die Sprachsuche mit Cortana, Google Now, Siri & Co. längere und mehr W-Fragen mit sich, die in Umgangssprache und nicht selten mit Dialektfärbung gestellt werden. Immer mehr Nutzer stellen ihr Suchverhalten um und nutzen die neuen Sprachtechnologien. Im Hinblick auf ihre komplexen Eigenschaften werden deshalb im Bereich Longtail-Keywords neue Potenziale erwartet.

Neben der Relevanz spielt auch die Aktualität des Contents eine große Rolle. User erwarten, dass Texte, Bilder und Videos immer auf dem neusten Stand sind. Wird Content länger nicht gepflegt, fällt er im Ranking zurück. Auch die interne Verlinkung mit alten Inhalten kann für eine aktuelle Seite zur Herabstufung führen.


5. HTTPS als Standard einführen

Die Abkürzung HTTPS steht für Hypertext Transfer Protocol Secure. Auf dem Google-Browser Chrome wird bereits vor HTTP-Seiten gewarnt, die nicht mit SSL (Secure Socket Layer) oder TLS (Transport Layer Security) verschlüsselt übertragen werden. Mit Hilfe dieser Verschlüsselungstechniken für die Übertragung von Server zu Empfänger wird aus einem HTTP-Protokoll das sichere HTTPS. Das „S“ steht für Secure. Auch im Ergebnisranking der Google-Suche wird die HTTPS-Übertragung berücksichtigt. Inzwischen sind weltweit mehr als die Hälfte aller Internetseiten durch HTTPS gesichert. Gerade E-Commerce-Seiten profitieren durch geringere Abbruchraten aufgrund des Kundenvertrauens in die Verwendung von HTTPS. Wer will dem nachstehen?

Trotz aller Neuerungen bei den Google SEO-Faktoren sollten alte SEO-Tugenden wie starke Backlinks, eine inspirierende interne Verlinkung, Bild- und Video-Beschreibungen in Namen, Bildunterschriften und Anchor-Texten, um nur einige Beispiele zu nennen, nicht vernachlässigt werden. Und gerade weil die Faktoren für das Google-Ranking seit dem Penguin-4.0-Update im vergangenen Herbst immer schwerer herausgefiltert werden können, empfiehlt sich mehr denn je, die Dienstleistung von Profis in Anspruch zu nehmen. Wir haben passend dazu unsere Marktübersicht Suchmaschinen-Marketing-Agenturen von 2016 aktualisert, unter anderem mit der Auflistung, welche Agentur mit den neusten BVDW-Zertifikaten ausgestattet ist.


*) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167841/umfrage/marktanteile-ausgewaehlter-suchmaschinen-in-deutschland/