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Ist die Zukunft Ihres Marketings mehrsprachig?

Wenn nicht, dann wird es aber Zeit! Rund 50% aller Suchanfragen bei Google sind auf englisch, der Rest in den verschiedensten Sprachen.
Melanie Riedel | 11.04.2012

Wenn Sie also im Ausland werben wollen, ist es mit einer rein englischen Sprachversion schon lange nicht mehr getan.
Die Menge an Inhalten, die im Web in anderen Sprachen als englisch publiziert wird, ist enorm, aber dennoch ist der Wettbewerb lange nicht so gross wie im Englischen. Das heisst, es ist deutlich leichter, in Suchmaschinenrankings auf die vorderen Plätze zu gelangen in anderen Sprachen. Entsprechend zahlen Sie auch weniger für Ihre Adwords, was wiederum Ihren ROI erhöht ohne grossen Aufwand.

Das klingt erst einmal nach dem Traum eines Marketers. Aber einfach nur Ihre Website übersetzen und loslegen - ganz so leicht ist es dann doch nicht.

Darauf sollten Sie achten:

1. Beschaffen Sie sich Wissen über den avisierten Markt.

Welche Länder brauchen Ihre Dienstleistung? Das sollte die Basis Ihrer Recherchen sein. Was machen Ihre Mitbewerber vor Ort, und gibt es eine Lücke, die Sie füllen könnten?
Wenn Sie die Zielländer identifiziert haben, kaufen Sie lokale Domains mit dem entsprechenden Ländercode. Damit haben Sie mehr Erfolg in den lokalen Suchmaschinen und erlangen leichter das Vertrauen Ihrer ausländischen Leser. Wenn Ihr Budget dafür nicht reicht, fangen Sie mit Subdomains an (z.B. meinedomain.com/fr), damit sind Sie schon mal auf dem richtigen Weg.

2. Machen Sie es so einfach wie möglich.

Ja ich weiss, die alte Leier von wegen "keep it simple". Aber hier stimmt sie wirklich. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Ihre Inhalte im Ausland so leicht wie möglich zu konzipieren, das erleichtert auch die Übersetzung. Vermeiden Sie spezielle Redensarten, Abkürzungen und Metaphern. Beziehen Sie sich nicht auf landesspezifische Ereignisse, Dinge oder Personen - diese können im Ausland vielleicht völlig unbekannt sein. Gehen Sie auf die Leser im jeweiligen Land ein. Und manche Elemente müssen Sie sowieso für jedes Zielland austauschen, wie beispielsweise Währungen, Darstellungsweise von Zeit und Datum oder die Adresse des Offices vor Ort.

3. Engagieren Sie einen professionellen Übersetzer.

Sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle. Ein schwer verständlicher Inhalt mit grammatikalischen Fehlern wirkt unprofessionell und schreckt die Leser ab. Ein Übersetzungsprofi kennt den technischen Fachjargon und insgesamt die passende Ausdrucksweise. Damit sich Ihre Leser aus den richtigen Gründen an Sie erinnern. Der Schwedische Staubsauger-Hersteller Electrolux (http://www.electrolux.com/) hatte sich z.B. einen Fauxpax geleistet, als er den amerikanischen Markt erobert wollte: "Nothing sucks like an Electrolux." Ich glaube nicht wirklich, dass sie DAS damit sagen wollten.. ;-)

4. Integrieren Sie von Anfang an Social Media.

Die Bedeutung von Social Media wächst in nahezu allen Ländern, also springen Sie auf den Zug auf. Social Media wird zunehmend wichtiger, was die Positionierung in Suchmaschinen angeht. Aber übersetzen Sie nicht einfach nur Ihre Tweets in zehn Sprachen. Finden Sie heraus, welche Social Media Plattformen in Ihren Zielländern am beliebtesten sind (Qzone ist Nummer 1 in China, Facebook in den USA). Setzen Sie verschiedene Accounts für unterschiedliche Sprachen auf, interagieren Sie mit dem Markt und kommunizieren Sie mit Ihren Interessenten.

5. Befassen Sie sich mit multilingualem SEO.

Natürlich wissen Sie, wie wichtig SEO ist. Aber manchmal vergisst man leicht, dass die Menschen verschiedene Sprachen sprechen und somit auch in verschiedenen Sprachen suchen. Deshalb ist die korrekte Übersetzung und Lokalisierung Ihrer Keywords ganz wesentlich, damit Sie Erfolg haben.

6. Denken Sie auch an Ihre Leserschaft zu Hause.

Sie müssen nicht unbedingt über den grossen Teich blicken, um Marketing in einer Fremdsprache vor sich zu haben. Haben Sie schon an die Ausländer in Ihrem eigenen Land gedacht? 2 Millionen Türken als grösste Minderheit sind ein riesiger Markt. Und eine türkische Ansprache wirkt in dieser Kultur wahre Wunder.

Marketing in einer Fremdsprache schreckt zuerst einmal ab. Aber wenn Sie diesen Tipps folgen, werden Ihnen die guten Ergebnisse recht geben.
Und Ihre Kunden werden es Ihnen danken. Merci, Grazie, Tesekkürler, Thank you!

Melanie Riedel
MR Consulting
http://www.mr-consulting.net
http://emailexperte.wordpress.com/