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E-Mail-Marketing-Innovationen

E-Mail hat das Plateau der Produktivität erreicht. Innovation bedeutet nicht gleich neue Technologie.
Jordie van Rijn | 04.03.2015

Denkt man an Innovation, so kommt einem E-Mail-Marketing wahrscheinlich nicht als Erstes in den Sinn. Die bleibt den neuesten Gadgets, Drohnen oder vielleicht dem ans Internet angeschlossenen Kühlschrank vorbehalten. Es hat sich jedoch in den letzten Jahren viel daran geändert, wie Marken und Konsumenten miteinander kommunizieren. Wo findet die echte Innovation in einem zuverlässigen und soliden Kanal wie E-Mail-Marketing statt?

E-Mail hat das Plateau der Produktivität erreicht

Gartner platziert E-Mail-Marketing jenseits dem „Slope of Enlightenment“ (Gefälle der Aufklärung) genau auf das „Plateau of Productivity“.

Anverwandte Marketingkonzepte, die wir in dieser Grafik ebenfalls finden, werden immer noch aufgebauscht. Das bedeutet, dass es noch mindestens zwei bis fünf Jahre dauern wird, bevor Marketer wirklich das Meiste aus diesen Kanälen herausholen werden.

E-Mail-Marketing ist als zuverlässiger und vielseitiger Marketingkanal bekannt, der entweder als Mittelpunkt, Zahnrad oder Synonym von Konzepten wie Data-Driven Marketing, Content Marketing, Digital Marketing Hubs, Event Triggered Marketing, Kampagnensegmentierung und anderen gilt.

Während E-Mail selbst schon sehr ausgereift ist, sind diese verwandten Elemente noch nicht vollständig entwickelt und können die Richtung aufzeigen, in die sich E-Mail-Marketing-Plattformen entwickeln werden.

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Mobile E-Mail-Marketing

Während Marketer im letzten Jahr noch damit beschäftigt waren, ihre E-Mails mobile-sicher zu machen und sicherzustellen, dass sie auf Smartphones und mobile Endgeräten sauber angezeigt werden, ist dies inzwischen langsam ausgereift. Eine Kombination von mobile-aware und responsiven E-Mails hat sich als alltäglich in E-Mail-Marketing-Taktiken herauskristallisiert. Statistiken über mobile E-Mail-Marketing-Optimierung von Exact Target veranlasst zu der Aussage, dass bis zum Ende des Jahres insgesamt 70 Prozent der von ihnen beobachteten B2C-Marken mobil optimierte E-Mails verschicken werden. Die Studie von GetResponse zeigt, dass 42 Prozent der befragten Abonnenten angeben, eine E-Mail zu löschen, wenn sie auf einem mobilen Bildschirm nicht gut angezeigt wird.

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Sind Innovationen im E-Mail-Marketing wirklich etwas Neues?


Die neueste Ausgabe des Forrester Wave Email Marketing Vendors 2014 Reports enthält die Ergebnisse der „Global Email Marketing Customer Reference Online Survey“. Eine weltweite Umfrage unter E-Mail-Marketern im Enterprise-Sektor.

Die angewendeten Strategien werden nach der Dauer ihrer Anwendung sortiert. Daraus ergeben sich die folgenden Top 3 der „innovativen“ E-Mail-Marketing-Strategien, die im Enterprise-Sektor eingesetzt werden:
1. Trigger-E-Mails (45 Prozent seit mehr als drei Jahren, 39 Prozent seit einem bis drei Jahren)
2. Personalisierung (45 Prozent seit mehr als drei Jahren, 38 Prozent seit einem bis drei Jahren)
3. Getriggerte Transaktionsmails (44 Prozent seit mehr als drei Jahren, 26 Prozent seit einem bis drei Jahren)

Die Verbreitung von Trigger-E-Mails und Personalisierung hat sich in den letzten drei Jahren unter den befragten Unternehmen fast verdoppelt. Wenn man bedenkt, dass die meisten Unternehmen vor drei Jahren nicht einmal in der Lage waren, diese Strategien anzuwenden, bedeutet diese Zunahme ein beeindruckendes Wachstum. E-Mail ist gesund und munter und die Kapazität im Enterprise-Sektor scheint noch zuzunehmen. Dies bedeutet, dass das Marketing in diesem Segment auf dem Weg nach oben ist und anspruchsvoller werden wird.

Aber sind diese Top 3-Strategien wirklich innovativ? Unter der Voraussetzung, dass alle Unternehmen sie anwenden können und der Einsatz Sinn ergibt – wenn über ein Viertel diese Strategien einsetzt, kann man sie meiner Meinung nach nicht mehr als innovativ bezeichnen. Wenn sie von über der Hälfte eingesetzt werden, können sie mit Sicherheit als Standard gesehen werden und sollten in der Liste überhaupt nicht mehr auftauchen, oder?

Innovation bedeutet nicht gleich neue Technologie


Was die Ergebnisse zu erklären scheinen ist, dass Innovation innerhalb eines Unternehmens neue Strategien meint, was sich sehr von neuer Technologie unterscheidet. Jeden Tag werden von den Anbietern neue E-Mail-Marketing-Features veröffentlicht, Marketingtechnologie lässt die Nutzung und Notwendigkeit dieser Features üblicherweise meilenweit hinter sich – gerade im Enterprise-Sektor.

Jenseits der Technologie

Marketing Automation ist beispielsweise nicht neu, aber wirklich an einer One-to-One-Kommunikation zu arbeiten, ist für viele Unternehmen wirklich neuartig. Personalisierung ist überhaupt nicht neu, aber der effektive Einsatz jenseits von „Hallo Vorname“ ist für viele total neu. Eine Marke kann ihr E-Mail-Marketing-Programm erneuern, indem sie Strategien anwendet, die sie bisher nicht genutzt hat. Und wenn jene Strategien den höchsten ROI haben und ihr das größte Wachstum in den Ergebnissen bringen, dann ist es genau das, was sie tun sollte.

Persönliches Plateau der Produktivität

Der nächste Schritt der Innovation könnte nicht der Einsatz neuer Strategien sein, sondern der Einsatz derer, die sie bereits in vollen Zügen einsetzen – unabhängig davon, was sonst alle tun. Dies wird vielleicht nicht als Innovation bezeichnet, aber die Erreichung des persönlichen Plateaus der Produktivität ist definitiv ein neuer Blickwinkel.