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Neue Denkanstöße für das Newsletter-Marketing

(Zer-)Störe gewohnte Algorithmen, generiere neue Muster und sorge dafür, dass es sich wirklich lohnt, deine E-Mails zu versenden.
Martina Dressel | 08.01.2018
© Martina Dressel
 

Wir verfügen heute über Technologien, die uns Komfort bescheren wie noch keiner Generation zuvor. Dennoch sind wir weit davon entfernt, die gesün¬deste, glücklichste oder gelassenste Generation zu sein. Wem es gelingt, andere zu inspirieren, Lösungen jenseits dieser Entwicklung zu entdecken, gewinnt Aufmerksamkeit.

Ganz gleich, worüber Ihr Newsletter informiert: Erkennt der jeweilige Adressat, es geht Ihnen um sein Wohlbefinden: Chapeau!

Das ist es, was Menschen zunehmend stärker umtreibt als weiter Plunder anzuhäufen. Immer mehr erkennen, dass

• wir mit Angstszenarien unsere Vorstellungskraft missbrauchen,
• es ein Irrweg ist, Freude in äußeren Umständen zu suchen.

Unsere Welt wandelt sich. Das bedeutet einen Paradigmenwechsel, auch im Marketing. Dazu hier einige – bewusst aufrüttelnde - Impulse:

1. Hören wir auf zu glauben, mehr zu SEIN, indem wir mehr TUN.

Als würden sie einen Apfel, der innen bereits zu faulen beginnt, auf Hochglanz polieren, scheint vielen kein Aufwand für die Außendarstel¬lung zu groß. Die ist wichtig! Wichtiger als Produktion und Qualitäts¬kontrolle? Die Automobilbranche erleichtert aktuell Antworten dazu.

2. Im Zeitalter des „Sendens“ bleibt „Empfangen“ auf der Strecke

Meinen Sie, Ihr Produkt ist das, was Sie nach außen präsentieren?
Und die Wahrnehmung des Anwen¬ders? Ihr Produkt wird doch erst zu dem, was es ist, durch praktisches Erleben seiner Nutzer, oder? Durch spielerisches Entdecken - wie Kin¬der es tun – können Anwender Ihnen ungeahntes Potenzial, Innova¬tion, Ideen zur Optimierung erschließen. Nehmen Sie das wahr? Oder bevorzugen Sie es, jeder Menge Bits, Daten, Informationen - entweder nachzujagen oder den Abonnenten damit zu „erschlagen“? Für unse-ren Verstand mag das „Futter“ sein. Er aber kann „ein neues Haus stets nur aus alten Steinen bauen.“ Innovation gelingt anders.

3. Kurzfristiger Zielfokus vernachlässigt Prozessoptimierung
Es gilt als normal, Länder als „Märkte“ und Menschen als „Verbrau-cher“ anzusehen. Was ist Ihr Newsletter-Abonnent für Sie? Ein Be-stands- oder potenzieller „Kunde“? Ein „Käufer“? Bleiben wir beim Bei¬spiel Apfel: Zielorientierung bedeutet, am Apfel, an der Frucht interes¬siert zu sein, nicht am Apfelbaum. Inzwischen wuchs eine Generation heran, die meint, Äpfel kommen - ganzjährig - aus dem Supermarkt. Wer aber Äpfel im eigenen Garten anbaut, kümmert sich um den Standort des Baumes, die Erde, in der er wurzelt, den Dünger, ausrei¬chend Licht, Sonne und Feuchtigkeit. Ihn kümmern optimale Bedin¬gungen für den Baum mehr als Scorecard und Balance-Sheet. Ziel¬orientierung fokussiert auf die Konsequenzen. Die Prozessgestaltung dagegen, die genau das bewirkt (Vorsicht: Gemeint ist NICHT die Newsletter-Versand¬logistik!), bleibt auf der Strecke. Davor warne ich. Pro¬zessoptimierung braucht ein aufmerksames Augenpaar. Wahr¬nehmung ist der Schlüssel. Wer jedoch mit einem Auge auf (immer kurzfristigere) Ziele schielt, ist in der Prozessoptimierung der Einäu¬gige. Das ist ineffizient. Statt sich der Vielfalt an Optionen bewusst zu sein, damit „zu spielen“, um die aktuell optimale zu wählen, dominie¬ren „in Stein gemeißelte“ Algorithmen, Kopien und wachsender Druck. Ein Baum trägt oft erst nach Jahren reichliche Früchte. Was lehrt uns das?

4. Klarheit statt (aufgesetztes) Selbstvertrauen
Unsere fünf Sinne nehmen riesige Mengen an Informationen auf. Ver¬arbeiten wir diese, setzt jeder seine eigenen „Filter“: Dies abhängig da¬von, womit er/sie sich identifiziert (Geschlecht, Nationalität, Bildung, Vermögen, gesellschaftliche Position etc.). So funktioniert nun mal un¬ser Intellekt: ausschließlich mittels (selbst er-schaffener) Identität. Aber welches Desaster: Was wir da erschaffen haben, ist außer Kontrolle geraten. Viele haben aufgehört, das Leben so wahrzunehmen, wie es ist. Ihnen fehlt Klarheit. Sie kompensieren das durch (aufgesetztes) Selbstvertrauen. Wie oft fehlt auch Newslet-tern Klarheit? Wir alle ge¬winnen Klarheit zurück durch De-Identifikation. Wir profitieren mehr¬fach davon: Statt auf Trennendes fokussieren wir auf uns Verbinden¬des.

Wie oft erscheinen Angebote/Produkte wie „Stützräder“ (am Kleinkinder-Fahrrad)? Aber ist unsere Zielgruppe „behindert“? Nein. Sie will autark sein statt abhängig. Sie verfügt über alles, was sie dafür braucht: Eine geniale Körperin¬telligenz inklusive einem Super-Computer Gehirn. Aber wer hat das Hand¬buch gelesen? Inspirieren wir uns doch gegenseitig dazu. Wem das klar und authentisch gelingt, bei dem wer¬den die Leute Schlange stehen.