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Augmented Reality – Neue Technologien nutzen.

Stellen Sie sich vor: Sie gehen durch eine fremde Stadt. Vor Ihnen steht eine mächtige Kirche und plötzlich erhalten Sie...

1. Einleitung

Stellen Sie sich vor: Sie gehen durch eine fremde Stadt. Vor Ihnen steht eine mächtige Kirche und plötzlich erhalten Sie alle wichtigen Daten zur Historie und zu baulichen Veränderungen, Sie erfahren den Eintrittspreis und die Öffnungszeiten. Leider sind Sie spät dran und gehen daher virtuell durch die hohen, lichtdurchfluteten Sakralräume. Auf einmal haben Sie Hunger. Zum Glück befinden sich gleich drei interessante Restaurants in Sichtweite. Nur in welches sollen Sie gehen? Da poppen auch schon alle entscheidungsrelevanten Informationen auf: Speisekarte, Tagesmenü, Bewertungen anderer Gäste, usw. Nachdem Sie lecker gespeist haben, fahren Sie zu Ihrem Hotel. Mitten auf der Landstraße, es ist schon dunkel, fängt der Motor an zu stottern. Was kann das sein? Einen Blick in den Motorraum und Ihnen wird ein Weg angezeigt, wie das Motorproblem zu lösen ist – mit Anleitung in einzelnen Schritten.

Das wäre doch was. Das ist schon was.

Dies waren nur wenige Beispiele für Anwendungsgebiete von Augmented Reality (AR), was soviel bedeutet wie „erweiterte Realität“. Hier wird das Beste aus den Welten „Realität“ und „Virtualität“ gebündelt und zusammengebracht. Bereits heute können Sie die oben beschriebenen Beispiele leben. Voraussetzung dafür ist nur, dass Ihr Mobiltelefon ein AR-Programm nutzen kann – z.B. Wikitude oder Layar – und Sie die Nutzung Ihres aktuellen Standorts durch GPS oder Funkzelle erlauben. Denn die Lokalisierung ist ein essentieller Treiber, durch den die digitale Dateninfrastruktur und die reale Welt miteinander verknüpft werden. Hierfür ist es unerlässlich zu wissen, wo und in welcher Distanz Betrachter und Betrachtetes sich zueinander befinden.

2. Anwendungsfälle

2.1 Selber agieren und eingreifen.
Nicht nur der Restaurantbesitzer oder die Kirchenherren können Ihnen – wie im oberen Beispiel gezeigt – Informationen zukommen lassen. Als Nutzer können Sie ganz individuell Informationen hinzufügen, verlinken oder hinterlassen. Sichtbar für die ganze Welt oder nur für Sie selbst – das liegt in Ihrer Hand oder in der Ihres Unternehmens. Sobald Kunden sich in der Nähe eines Ladenlokals oder einer anderen von Ihnen definierten Stelle befinden, hätten Sie die Möglichkeit, Werbung als geospezifische Information an diese zu senden.

2.2 Vergleichen leicht gemacht.
Gehen wir noch mal zurück in die fremde Stadt. Sie haben gespeist und gehen mit Ihrer Begleitung an einem Elektrogeschäft vorbei. Was fällt Ihnen sofort auf: Der Fernseher. Der zweite Blick: Der Preis. Kein Problem. Sie zücken Ihr iPhone und fotografieren das begehrliche Gerät mit der App von Amazon. Diese sucht Ihnen ein vergleichbares Angebot, welches direkt über Amazon gekauft werden kann und am nächsten Tag in Ihrem Wohnzimmer steht. Was Sie können, kann auch Ihr Kunde. Er hat durch diese mobile Applikationen überall und jederzeit die Möglichkeit, Preise und Produktinformationen miteinander zu vergleichen und zu hinterfragen.

Dies gilt natürlich auch für Informationen rund um das Produkt und Ihre Corporate Social Responsibility-Aktivitäten. Das mobile Internet macht somit ein „Greenwashing“ fast unmöglich. Sie sehen, dass diese Weiterentwicklung das Marketing fordert und eine deutlich höhere Transparenz verlangt, als es früher üblich war.

2.3. Abgestimmtes Marketing – kein Traum mehr.
Auch in Sachen Relevanz bieten sich dem Marketing immer mehr Chancen. Durch Augmented Reality können Sie Informationen sowohl an die geographischen Informationen als auch an die demographischen Daten des Nutzers anpassen. Ihre Informationen werden in sinnvolle Kontexte gestellt und die Möglichkeiten Ihre Zielgruppe zu erreichen wachsen ins Unermessliche.
Eine Segment-of-One-Kommunikation wird also möglich und Zielgruppen, die bisher als schwer erreichbar galten, rücken in greifbare Nähe. Jetzt binden Sie Ihre Angebote an Ort und Zeit, lassen also eine künstliche Verknappung entstehen und suggerieren so Einmaligkeit. Möglichen Preiskämpfen schlagen Sie so einen Haken.

Bitte bedenken Sie aber auch, dass der deutliche Anstieg der Kommunikationswege das Erstellen einer Kampagne immer komplexer macht. Daher sollten Sie Ihre Kampagnen-Erfahrungen innerhalb des Unternehmens oder Ihrer Unternehmensgruppe sammeln und teilen, um das Marketing-Budget sinnvoll einzusetzen.

2.4 Kundenverhalten mit einbeziehen.
Die umfassende Vernetzung lässt natürlich auch ganz individuelle Produkte und Dienstleistungen zu. So können Versicherungen durch ortsbasierte Services Prämien von Lebens- oder Kfz-Versicherungen viel leichter und vor allem individuell berechnen.

2.5 Entertainment leicht gemacht.
Gaming oder Dating sind ein weiteres Feld voller Möglichkeiten. Sogenannte Profile-Matching-Services – basierend auf der unmittelbaren Umgebung – verknüpfen sich mit Social Networks, gleichen alle Anwesenden mit dem eigenen Profil ab und schlagen bei Übereinstimmung passende Speeddatings vor. Und wenn da keine Übereinstimmung zustande kam, können Sie sich Brad Pitt oder Angelina Jolie zu sich ins Schlafzimmer holen. Wenn Sie aber lieber mit kleinen Monstern spielen wollen: Sony hat mit „Invizimals“ eines der ersten AR-Spiele entwickelt und verlagert damit das Spiel in die reale Umgebung der eigenen vier Wände.

3. Persuasion Marketing ade – Transparancy Marketing olé.

Diese technologischen Inventionen entfernen das Marketing immer stärker vom typischen Persuasion Marketing und treiben es vor sich her zum Transparancy Marketing.

Kommunikation, Entertainment und Marketing finden in der Zukunft nicht mehr nur virtuell oder real statt, sondern fügen sich nahtlos in einen integrierten Prozess. Augmented Reality entwickelt sich weiter zum intelligenten Unterstützer realer Interaktionsprozesse zwischen Ihnen und Ihren Kunden. So können Sie in einem sich verschärfenden Wettbewerb das Marketing einsetzen, um durch Transparenz und perfekte Kundenansprache Ihre Kampagne erfolgreich und zielorientiert zu platzieren.

4. Ressourcen

http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realität
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,669419,00.html
BMW Augmented Reality: http://www.youtube.com/watch?v=P9KPJlA5yds

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