print logo

Gmail Tabs: Große Änderung, kleine Wirkung

Die vieldiskutierten Neuerungen des Gmail Postfachs verursachen weit weniger Performanceprobleme bei Werbemails als befürchtet
Return Path | 16.12.2013

Allen Unkenrufen zum Trotz verursachen die vieldiskutierten Neuerungen des Gmail Postfachs weit weniger Performanceprobleme bei Werbemails als befürchtet. Das ergab die neue Sonderauswertung des ‚Gmail Tabs Reports‘ von Return Path. Bei der Analyse durch den international anerkannten Anbieter für E-Mail Intelligence Lösungen kam zudem ein unerwartetes Phänomen zum Vorschein: seit den Änderungen steuern viele Gmail Nutzer aktiver ihre Werbemails an.

Im Mai dieses Jahres hat Google seinem Gmail Postfach eine Runderneuerung spendiert: Eingehende Mails werden nunmehr automatisch nach vordefinierten Kategorien in passende Reiter, sogenannten Tabs, einsortiert. Nur persönliche Kommunikation landet in der Standardeinstellung im ersten Reiter „Allgemein“ der Inbox. Werbemails werden hingegen im Tab „Werbung“ einsortiert, Updates von Facebook & Co. finden sich unter „Soziale Netzwerke“, transaktionsbezogene Mails unter „Benachrichtigungen“ und Mails aus Foren und Mailinglisten unter „Foren“.

Die Zuordnung einzelner Versender und die Reiterkonfiguration kann bei Gmail individuell verändert werden. Tatsächlich machen die Nutzer aber nur selten von dieser Möglichkeit Gebrauch. „Die Analysen unserer Panel-Daten ergaben, dass 61 Prozent die vorgegebene Reiter-Konfiguration ihres Posteingangs nicht verändert haben“, berichtet Jan Niggemann, Regional Director, Central Europe, Return Path Deutschland. Und auch wenn Änderungen vorgenommen werden, scheint vor allem der Social Media Tab gut anzukommen. 77 Prozent der Gmail Nutzer ließen das Tab „Soziale Netzwerke“ aktiviert.

Minimale Auswirkungen der neuen Gmail Tabs auf die Performance von Werbemails

Googles kostenfreies Webmail Programm Gmail ist mit weltweit 425 Millionen Nutzern eines der meist genutzten E-Mail Dienste überhaupt. In Deutschland konnte Gmail die Besucherzahlen im letzten Jahr um 19% steigern (Quelle: Comscore). Die Änderungen bei der Gmail Inbox hat daher unter den E-Mail- Marketingverantwortlichen für Aufregung gesorgt. Denn um Werbemails zu sichten, muss der Gmail Nutzer den Reiter „Werbung“ aktiv öffnen.

Doch diese Befürchtungen kann der nun vorliegende Gmail Tab Report größtenteils ausräumen. Die gemessenen Einbrüche bei der Performance von E-Mail-Kampagnen waren minimal. Weder sackte die Leserate deutlich ab, noch erhöhte sich die Beschwerderate signifikant. „Werbemails werden bei Gmail fast genauso häufig gelesen wie früher, als sie noch in einer gemeinsamen Inbox mit persönlichen E-Mails waren“, sagt Niggemann.

Allerdings haben die Tabs beim Nutzer etwas anderes ausgelöst. Die neue Tab-Lösung animiert Konsumenten eher dazu, den Reiter „Werbung“ als Sprungbrett für die Online-Shopping-Ausflüge zu nutzen. Konsumenten, die den Werbeordner durchstöbern, dürften auch eine deutlich höhere Kaufbereitschaft aufweisen. „Indem alle Werbemails in einem Tab zusammenfasst werden, hat Gmail eine zweite Inbox für den E-Commerce geschaffen und Gmail Nutzer verwenden sie exakt zu diesem Zweck“, resümiert Niggemann.

Return Path hat dem Gmail Tab Report http://landing.returnpath.de/gmail_tabs_report einen Performance-Vergleich zwischen den einzelnen Branchen beigefügt.