print logo

Wie man im App-Dschungel nicht untergeht

Für eine langfristig erfolgreiche App lautet das Ziel: „First Home Screen“. Mit einer Multifunktionsapp schafft man es auf die Startseite.
Tamara Ziegler | 12.03.2018
© Pixabay / LoboStudioHamburg
 

Wie oft schauen wir täglich auf unser Smartphone? Mehr als 100 Mal am Tag! Eine Zahl, die erst einmal erschreckend und unglaubwürdig erscheint. Aber man muss sich nur selbst beobachten. Sobald der Wecker - natürlich per Smartphone - klingelt, werden direkt die ersten WhatsApp-Nachrichten und neusten Instagram-Storys gecheckt. Beim Frühstück informiert man sich übers Wetter und die aktuellen Nachrichten und schaut, was während der Nacht bei Facebook so alles los war. Auf dem Weg zur Arbeit nutzt man dann Spotify und liest die ersten Mails. Alleine in diesem kurzem Zeitfenster haben wir unser Smartphone schon mehr als zehn Mal genutzt.

Wie schaffen es Apps aber, als selbstverständlich wahrgenommen zu werden? Wie wird man nicht direkt wieder vergessen? Wie setzt man sich durch im App-Dschungel bei mehr als 1,4 Millionen Apps im Apple App Store und 1,5 Millionen Apps bei Google? 60 Prozent der Smartphone-Nutzer haben weniger als 20 Apps installiert. Hat man diese erste Hürde geschafft und die App ist auf das Smartphone geladen, so geht der Kampf weiter. Wie bleibt man aktiv? Denn nur jede zwanzigste App wird nach dem ersten Jahr noch genutzt. Man benötigt also einen klaren Mehrwert für den Nutzer! Wie kann man den schaffen, wenn man nicht Facebook oder Google ist?

Der Schlüssel für eine erfolgreiche App


Folgende Punkte sind der Schlüssel, um direkt den Weg ins Herz eines Smartphone Nutzers zu finden:
• Relevante & zugeschnittene Angebote
• Integrierte Mehrwert-Services
• Personalisierter Content
• Intuitive Bedienung

Wir benötigen Apps, die Nutzer begeistern und relevant für sie sind. Die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit mit einer einfachen Bedienung - also mit wenigen Klicks zum Ziel kommen.
Klingt eigentlich nicht so schwierig. Aber besonders die integrierten Services sind der Schlüssel zum Erfolg. Drei ist mehr als eins.

Um sich dabei von der Masse abzusetzen, benötigt man also multifunktionale Apps. Eine App, die mehr als nur ein Feature hat. Der Trend geht dahin, eine App für alles haben zu wollen. Man möchte sich nicht durch verschiedene Apps quälen müssen, um das perfekte Feature-Portfolio für seine Bedürfnisse zu haben. In Ländern wie China ist man bei diesem Thema schon viel weiter. Die App WeChat dominiert dort den Markt. Sie bündelt eine Chatfunktion mit einem Netzwerk und kombiniert dies mit Onlineshopping und Mobile Payment.

Multifunktionale Apps setzen sich durch


Aber auch in Deutschland gibt es solche Ansätze. Immer mehr Apps wachsen aus ihrem Kernprodukt heraus mit sinnvollen Erweiterungen. Moovel startete mit einer Übersicht des Car Sharings. Mittlerweile ist diese Funktion um Bike Sharing, Taxi-Bestellung und -Bezahlung sowie Verbindungssuchen von Bahn und Nahverkehr erweitert worden. Also eine App, die in jeder Situation hilft am besten, schnell und günstig von A nach B zu kommen.

Auch PAYBACK hat diesen Trend frühzeitig erkannt und setzt auf eine multifunktionale App, um das beste Shopping-Erlebnis zu bieten. Die digitale PAYBACK-Karte ermöglicht ein an der Kasse noch schnelleres und einfacheres Punkten, ohne die Plastikkarte einsetzen zu müssen. Neben der Coupon-Aktivierung, der Einkaufs-Liste und zahlreichen Mobile-Shopping-Angeboten rundet das mobile Bezahlen den Shopping-Prozess ab. Somit kann man punkten und zahlen in einem Schritt. Über 14 Mio. Downloads zeigen, dass dieses Konzept gut ankommt. Eine Vielzahl auf den Kunden zugeschnittener Aktionen ermöglicht eine attraktive App-Nutzung. Zum Beispiel monatliche Gewinnspiele, die mit täglichen Minigames verknüpft sind. Dies hilft dabei, die App immer wieder für den Nutzer attraktiv zu halten, was zur Wiedernutzung führt.

Doch worauf sollte man achten, wenn man eine multifunktionale App entwickeln möchte? Sicherlich benötigt man ein Produkt, das sich sinnvoll erweitern lässt. Aber auch die Frage: „Was wollen und brauchen die Nutzer?“ sollte man stellen. Die Nutzung von Services wie Kamera, Mikrofon und Maps sind ebenfalls notwendig. Sie zielen zum Beispiel darauf ab, das Bezahlen mit der App komfortabel möglich zu machen.

Jedoch sollte man nicht direkt loslegen und versuchen, den kompletten Appstore in eine App zu packen. Zu Beginn liegt der Fokus natürlich auf dem Kernprodukt. Wird dies vom Nutzer akzeptiert, kann man sich trauen, weiter über den Tellerrand zu schauen und sinnvoll aufzustocken. Nur so setzt man sich in den Herzen der Kunden fest und erobert dauerhaft einen Platz auf dem „First Home Screen“.