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Unternehmen nutzen das Potenzial von Social Business nicht

Einsatz spezieller Tools steigert die Zufriedenheit und erleichtert den Zugang zu Informationen. E-Mail verliert in der Kommunikation an Bedeutung.
COMPUTERWOCHE | 19.09.2012

Unternehmen haben das Potenzial interner Social-Media-Portale noch nicht erkannt – und vergeben so die Chance auf Verbesserungen etwa in der Projektarbeit. Dieser Meinung ist Andrea Back, Direktorin des Instituts für Wirtschaftsinformatik IWI an der Universität St. Gallen. „Viele Führungskräfte verhalten sich abwartend und skeptisch – sie können damit ihren Kollegen den Weg zu Tools verbauen, die ihnen das Arbeiten erleichtern würden“, kritisierte Back im Interview mit der IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE (Ausgabe 38/2012, www.computerwoche.de). Die Analyse einer Fallstudiensammlung habe gezeigt, dass der Einsatz von Social Business nicht nur die Agilität und Zufriedenheit der Mitarbeiter steigere sowie den Zugang zu Informationen und Wissen verbessere, sondern auch Reputations- und Kostensenkungseffekte zur Folge habe.

Für die geschäftliche Kommunikation stehen Back zufolge weniger die öffentlichen Portale wie Facebook und Twitter im Mittelpunkt, sondern vielmehr Tools wie Jive, Yammer und Connections. „Die Bandbreite erstreckt sich vom sogenannten Social Forecasting für die Absatzprognose bis hin zum Ideen-Brainstorming in der Entwicklung“, skizzierte die Business-2.0-Forscherin die Anwendungsmöglichkeiten.

Back ist sich sicher, dass sich Social Business in Unternehmen etablieren wird, wenngleich es dafür eines Lernprozesses bedarf. „Für viele Aufgaben wird noch die E-Mail eingesetzt, die sich aber in der Projektkommunikation oft als ungeeignet erwiesen hat“, erklärte die Institutsdirektorin gegenüber der COMPUTERWOCHE. Der Siegeszug von Social Business sei letztlich aber nicht aufzuhalten. „Als sich E-Mail in der Unternehmenskommunikation durchsetzte, gab es anfangs noch Manager, die sich ihre Mails ausdrucken ließen und betonten, niemals selbst eine E-Mail zu schreiben – das ist heute undenkbar“, resümierte Back. „Die Nutzung sozialer Plattformen wird eine ähnliche Entwicklung nehmen.“