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Totgesagte leben länger: Der Erfolgsfaktor Blog

Besseres Ranking bei Google ist nur einer von vielen Vorteilen von Blogs. Die Investition in sie lohnt sich, wie zwei Beispiele verdeutlichen.
Daniela Sprung | 02.11.2017
Die Frage nach der Relevanz von Blogs ist so alt wie ihr Bestehen. „Werden Blogs noch gelesen?“ „Blogs sind tot!“ Vielleicht kennen Sie solche Aussagen? Dahinter steckt die Frage nach dem Return on Invest. Kurzum: Was bringt uns das?

Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei Facebook zeigt: Eine ganze Menge! Dabei ist die Fokussierung auf die eigene Plattform das Klügste, was Unternehmen und Unternehmer tun können. Gerade im Hinblick auf die neueste Debatte über die schwindende organische Reichweite von Facebookseiten. „Facebook is testing radically different Explore Feed in six countries than in the rest of the world. ... all posts by pages are moved from newsfeed to Explore Feed.“

Konkret bedeutet das: Facebook hat einen zweiten Feed eingeführt, in dem sich die Inhalte von Facebook-Seiten befinden. Dieser Feed befindet sich bereits in der linken Seite unter „Entdecken“ und ist als weiße Rakete in einem roten Kreis ersichtlich.

Alleine diese Entwicklung zeigt: Wer nicht auf eigene Plattformen baut und diese pflegt, macht sich abhängig von sozialen Netzwerken, auf die niemand von uns Einfluss hat.

Was können Sie tun?

Das Blog als Teil der Kommunikationsstrategie


Mit einem Blog haben Sie die Möglichkeit, Ihre eigene Geschichte zu erzählen und die Kunden, Bewerber, Leads und Leser von sich zu überzeugen. Sie können sich als Experte in ihrer Branche etablieren, Ihre Reputation erhöhen und Ihre Botschaft verbreiten. Die Voraussetzung dafür: Eine Strategie.

Sie müssen sich klarmachen, was an wen kommuniziert werden soll und warum. Erst wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, können Sie sich damit auseinandersetzen, welche Inhalte Sie erstellen wollen, sollen und müssen.


Erst der Leser und dann Ihre Interessen


Falls Sie jetzt denken: „Ja, aber es geht doch um unsere Produkte und Dienstleistungen!“, dann haben Sie recht. Die stehen aber nicht im Vordergrund bei ihrem Blog, sondern die Inhalte für den Leser. Zentrale Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind: Was interessiert Ihre Leser in Bezug auf Ihr Unternehmen, Ihre Produkte und/oder Dienstleistungen wirklich, was hilft ihnen, informiert und unterhält sie? Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, dann sind Sie auf einem guten Weg aufschlussreichen Content zu bieten.

Relevanz bringt den Return of Invest


Ein Blog lebt davon, relevante Informationen zu vermitteln. Warum sonst sollten Leser die Inhalte teilen, darüber sprechen und diese weiterempfehlen? Erst wenn das passiert, haben Sie die Chance, Ihre Botschaft zu verbreiten. Über Ihre Inhalte. Investieren Sie die Zeit dafür!

Natürlich sind Facebook-Postings und Tweets schneller geschrieben. Sie rauschen dafür aber auch schnell über die Timeline ihrer Fans und Follower hinweg. Sichtbar sind sie für Sekunden, wenn sie den Nutzern überhaupt angezeigt werden. Mit einem Blog zahlen Sie auf Ihre Suchmaschinenoptimierung ein, was positiven Einfluss auf Ihr Ranking bei Google & Co. hat. Mit einem Blog haben Sie die Möglichkeit, in einem Beitrag verschiedene Medien und Links gleichzeitig einzubinden. Versuchen Sie das mal in den sozialen Netzwerken. Sie werden feststellen: Das klappt nicht.

Zeit ist bei einem Blog der wesentliche Faktor. Kein Blog bringt sofort sichtbare Ergebnisse. Ein Blog ist ein Marathon, kein Sprint. Aber einer, der sich lohnt! Das Daimler Blog beweist es. In der letzten Woche feierte es sein 10-jähriges Jubiläum. Vielleicht denken Sie jetzt ja: Na, das ist doch ein Konzern, die haben das Geld und das Personal! Aber das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Auf dem Daimler Blog schreiben ausschließlich die Mitarbeiter. Ebenso verfährt die Westfalen AG aus Münster. Auf deren Westfalen Blog wird jeden Mittwoch einen Artikel veröffentlicht – geschrieben von den Mitarbeitern und ohne Einfluss oder Kontrolle seitens der Kommunikationsabteilung, Geschäftsführung oder Vorstand. Lediglich auf Wunsch der Autoren wird auf den Text geschaut und bei Bedarf die Orthografie und Zeichensetzung korrigiert. Die steigenden qualifizierten Bewerberzahlen zeigen, dass das Employer Branding über das Blog funktioniert. In meinem Artikel „Mitarbeiter-Blog der Westfalen Gruppe: Mit Vertrauen zum Erfolg“ gehe ich auf die Thematik näher ein.

Ein anderes Beispiel, wie erfolgreich ein Blog sein kann, zeigt sich am Karriereblog der Weiterbildungsinstitution LVQ aus Mülheim an der Ruhr. Seit dem Bloglaunch in 2013 und bis heute hat sich der Umsatz des Unternehmens um 80 Prozent erhöht. Das Blog ist in der Kommunikationsstrategie der LVQ ein zentrales Element und rankt mit seinen Artikeln teilweise auf Seite 1 bei Google – und das rein organisch.

Die LVQ wird durch das Blog als Experte in den Bereichen Job, Karriere und Wiedereinstieg in den Job wahrgenommen.

Fazit


Ein Blog technisch aufzusetzen ist kein Hexenwerk. Eine sinnvolle und tragfähige Strategie dagegen benötigt seine Zeit. Im Hinblick auf die sich stetig wandelnden Algorithmen bei Facebook, Twitter, Instagram etc. ist es durchaus sinnvoll, in die eigenen Plattformen zu investieren, um hier die Kontrolle zu behalten.

Mein Tipp: Machen Sie das Blog zur Zentrale Ihrer Kommunikation. Spielen Sie von dort die Inhalte in die Kanäle, um Interessierte, Fans und Leser auf Ihre Plattform zu holen. Sie bestimmen, wann wo welche Inhalte gesehen und gelesen werden. Die daraus erhobenen Daten können Sie nutzen, um ihre kurz,-mittel-, und langfristigen Ziele mit den entsprechenden Maßnahmen zu steuern.

Ein Blog ist mehr als eine Content-Plattform. Gut gemacht steigert es Ihre Sichtbarkeit im Netz. Über Ihr Blog erreichen Sie Leser, Fans, Interessierte, Mitarbeiter und Partner gleichermaßen und können sie so für Ihr Unternehmen, Ihre Produkte und/oder Dienstleistungen begeistern.