Personalisierung im Hype vs. Realität
Das sind die Themen:
Personalisierung beginnt mit Datenbewusstsein
Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität von echten Personalisierungsstrategien. Die Voraussetzung: Sie müssen wissen, welche Kundendaten Sie haben, wo sie liegen – und wie Sie sie zusammenbringen. Besonders im B2B zeigt sich, dass Informationen oft in ERP-Systemen schlummern, statt im CRM-System zur Verfügung zu stehen. Ohne diese Grundlage lässt sich weder klassische Personalisierung noch Hyperpersonalisierung umsetzen.
Hyperpersonalisierung ist kein neues Konzept – die Technologie ist es
Der Begriff „Hyper" wird oft mit KI gleichgesetzt. Tatsächlich ist Personalisierung seit 25 Jahren ein bewährtes Konzept. Was sich ändert: die technischen Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz und Predictive Analytics. Diese helfen, unstrukturierte Daten nutzbar zu machen und Kaufsignale automatisiert zu erkennen. Das ist eine sinnvolle Erweiterung existierender Strategien – kein grundlegend neues Feld.
Daten sind der echte Engpass – nicht die Technologie
Sie können die beste KI-Lösung haben: Ohne richtige Datenintegration funktioniert Personalisierung nicht. Robert Hanischmacher (Public Care) beschreibt es deutlich: B2B-Unternehmen sitzen auf wertvollen Kundendaten, nutzen sie aber nicht. Unternehmen sollten ihre hausaufgaben machen und strukturierte Informationen systematisch zusammenbringen, bevor sie in Technologie investieren.
Zehn- und Kanaldimension sind Goldgruben – werden aber übersehen
Die meisten E-Commerce-Unternehmen versenden ihre Nachrichten nach festem Schema: täglich oder alle zwei Tage, über Email. Dabei bieten zeitliche Personalisierung (Wann kontaktiere ich den Kunden?) und Kanalpersonalisierung (Über welchen Kanal?) enorme Potenziale. WhatsApp, Push-Nachrichten und andere Kanäle werden relevanter – nur müssen Marketer diesen Raum auch nutzen.
KI wird zum notwendigen Agenten – und verändert die Spielregeln
In den nächsten drei bis fünf Jahren wird Hyperpersonalisierung durch KI-Agenten Standard sein. Unternehmen können selbst Agenten trainieren oder externe nutzen. Wer das nicht anbietet, wird unter Druck geraten: Kundinnen und Kunden werden das verlangen – und falls Sie es nicht tun, macht es die Konkurrenz (Amazon, Google, etc.). Die Personalisierung verschiebt sich vom manuellen Aufwand zur automatisierten Intelligence.