Studie: KI in deutschen Unternehmen – viel Nutzung, wenig Transformation
2026 Global Enterprise AI Report © Publicis Sapient
Grundlage der Studie ist eine Befragung von 1.550 KI-Entscheidungsträgern in sechs Märkten (Deutschland, USA, UK, Frankreich, Australien, VAE).
Weltweit zeigt sich ein ähnliches Bild: 73 % nutzen KI bereits regelmäßig, doch nur 10 % sehen sie als zentral dafür, wie ihr Unternehmen arbeitet. Der Engpass ist nicht die Technologie, sondern das Unternehmen selbst. Auch in Deutschland klafft diese Lücke: 55 % erwarten kurzfristig deutliche Fortschritte bei der Skalierung von KI, doch viele Unternehmen sind organisatorisch noch nicht darauf vorbereitet.
KI in deutschen Unternehmen. Viel genutzt, wenig integriert.
Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der sechs untersuchten Märkte. Deutschland zeigt dabei ein auffälliges Muster:
- 35 % der deutschen Befragten sagen, dass KI als „Kollege" eingesetzt wird, der Teams bei der täglichen Arbeit unterstützt. Damit liegt Deutschland im Ländervergleich weit vorne. Doch der Schein trügt.
- Gleichzeitig geben nur 10 % an, dass KI unternehmensweit vollständig integriert ist.
Im Ländervergleich zeigt sich ein klares Gefälle. In Großbritannien, dem Transformations-Spitzenreiter der Studie, sagen 51 %, dass KI grundlegend verändert, wie das Unternehmen operiert. 60 % geben an, dass KI in hohem Maße oder vollständig in Arbeitsabläufe eingebettet ist. In den USA sagen 41 %, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen operiert. Allerdings nennen dort 34 % die Art, wie ihr Unternehmen organisiert ist, als größtes Hindernis für KI-Erfolg. In Frankreich sagen nur 24 %, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen operiert. 51 % nennen interne Daten als stärkste Bremse für den KI-Erfolg.
KI weltweit. Ambition überholt Readiness.
Die Studie zeigt eine globale Kluft zwischen KI-Erwartungen und strukturellen Voraussetzungen:
- 47 % glauben, dass KI bereits in der Lage ist, die heutigen geschäftlichen Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig sagen 42 %, dass ihre Unternehmen strukturell nicht aufgestellt sind, diesen Nutzen zu erschließen.
- Nur 15 % halten ihre Organisation für vollständig gerüstet, um die eigenen KI-Erwartungen zu erfüllen.
- 22 % sehen die operative Aufstellung ihres Unternehmens als größtes Hindernis für KI-Erfolg.
- Nur 38 % sagen, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen operiert.
„Deutschland hat beim Einsatz von KI im Arbeitsalltag eine starke Ausgangsposition. Aber genau das macht die Lage so trügerisch. Viele Unternehmen verwechseln die breite Nutzung von KI-Tools mit echter Transformation. KI auf bestehende Prozesse aufzusetzen, ist kein Wettbewerbsvorteil, sondern digitale Kosmetik. Der eigentliche Hebel liegt darin, Betriebsmodelle grundlegend rund um KI neu zu gestalten. Für den Standort Deutschland ist das eine Chance, aber auch ein Weckruf. Wer jetzt nicht operativ umsteuert, riskiert, dass aus der guten Ausgangsposition ein struktureller Rückstand wird,“ so Matthias Schmidt-Pfitzner, Managing Director DACH bei Publicis Sapient.
Der „Global Enterprise AI Report“ steht hier zum kostenfreien Download zur Verfügung: https://go.publicissapient.com/enterprise-ai-readiness-gap