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Gmails Image Prefetching verfälscht Öffnungsrate

E-Mail-Dienst sorgt dank automatischer Öffnung für Messfehler. Unternehmen sollten stärker auf echte Interaktionen und Umsatzmetriken setzen.
10.04.26

- Gmail lädt Tracking-Pixel vor Öffnung automatisch
- 1–6 % der Opens sind technisch bedingte „Fake Opens“
- Öffnungsrate verliert weiter an Relevanz als KPI

Die Aussagekraft der Öffnungsrate im E-Mail-Marketing nimmt weiter ab – ein Grund dafür ist eine neue technische Anpassung bei Gmail. Durch sogenanntes Image Prefetching lädt der Dienst Bilder und Tracking-Pixel automatisch, sobald eine E-Mail während einer aktiven Sitzung eingeht. Dadurch entstehen Öffnungen, ohne dass Nutzer die Nachricht tatsächlich gesehen haben, berichtet Crmblog.


Diese sogenannten „Fake Opens“ machen zwar nur einen kleineren Anteil aus, tragen jedoch zusätzlich zur Verzerrung der Daten bei. Sie unterscheiden sich technisch von echten Öffnungen, da sie unmittelbar nach Zustellung erfolgen und über spezifische Google-Infrastrukturen ausgelöst werden. Die Öffnungsrate verliert dadurch weiter an Bedeutung als verlässliche Kennzahl. Sie kann höchstens noch als grober Richtwert, etwa für Betreffzeilen-Tests, dienen – nicht jedoch als zentrale KPI für Kampagnenerfolg oder Zielgruppenaktivität.


Um valide Analysen sicherzustellen, sollten Unternehmen ihre Tracking- und Reporting-Logik anpassen. Dazu gehört insbesondere das Filtern von Prefetch-Events auf Basis technischer Merkmale. Ebenso wichtig ist die Überarbeitung bestehender Prozesse, etwa bei der Bewertung inaktiver Kontakte, da diese durch falsche Öffnungen verzerrt werden können. Zukünftig sollten stärker belastbare Kennzahlen in den Fokus rücken. Dazu zählen Klicks, Conversion Rates sowie Umsatz- und Kundenwertmetriken. Diese liefern ein realistischeres Bild der tatsächlichen Performance und helfen, fundierte Entscheidungen im E-Mail-Marketing zu treffen.