Marketing-Börse PLUS - Fachbeiträge zu Marketing und Digitalisierung
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Wie ein Verlag KI nutzt und dabei die Redaktion nicht ersetzt

Wie die SZ ab 2030 digital finanziert sein will: Einblick in eine moderne Medienstrategie zwischen Print-Stabilität und digitaler Innovation.[Podcast]
 

Das sind die Themen:


Lesergeld statt Werbegelder – die neue Kalkulationsbasis

Der Wandel vom Anzeigen- zum Abonnementgeschäft ist nicht mehr die Zukunft, sondern bereits Realität. Mit 300.000 digitalen Abos und dem klaren Ziel, 2030 vollständig digital finanziert zu sein, zeigt sich eine erfolgreiche Strategie. Der Fokus liegt nicht mehr darauf, welches Medium die höchsten Einnahmen bringt, sondern wie konsequent auf Leserfinanzierung umgestellt werden kann. Das erfordert eine völlig neue Produktentwicklung und Kundenbeziehungsgestaltung.


KI mit menschlicher Kontrolle schafft Vertrauen im Redaktionellen

Automatisierung ist nicht gleich Qualitätsverlust – wenn sie richtig gemacht wird. Das Human-in-the-Loop-Verfahren zeigt: KI kann Redakteure entlasten (automatische Zusammenfassungen, Inhaltsvernetzung), ohne die journalistische Verantwortung zu gefährden. Bots für den Wirecard-Fall oder Bundestagswahl funktionieren, weil sie Informationen bündeln, nicht ersetzen. Das ist das entscheidende Vertrauensargument gegenüber Lesern.


Multi-Channel-Strategie erfordert Format-Bewusstsein

Text ist nicht gleich Content – eine Nachricht funktioniert auf WhatsApp anders als auf der Homepage oder im Podcast. Die manuelle Erstellung von Audio-News für junge Zielgruppen schlägt automatisierte Varianten. Das zeigt: Effiziente Digitalisierung bedeutet nicht, überall das gleiche Produkt zu pushen, sondern für jeden Kanal ein eigenes Format zu durchdenken.


Personalisierung bleibt ein weiterer Hebel für Abonnements

Homepages und Newsletter werden personalisiert – aber noch nicht vollumfänglich. Das ist ein konkretes Feld für Wachstum. Wenn ein User seine regionalen Vorlieben, Themeninteressen und sein Leseverhalten angibt, können persönliche Newsletter ein starker Differenziator werden. Hier liegt ungenutztes Upsell-Potenzial.


Junge Zielgruppen erfordern eigene Kanäle und Redaktionen

Die 18- bis 30-Jährigen auf der klassischen Website abholen funktioniert nicht mehr vollumfänglich. Separater Social-Content, WhatsApp-Kanäle, Podcasts und Video-Formate sind kein Nice-to-Have, sondern Notwendigkeit. Der Fokus: passgenaue Inhalte für diese Zielgruppen bauen, nicht nur Bestehendes wiederverwenden. Das sichert langfristig die Leserschaft und damit die Abo-Basis.

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Mark Brauch

Leitet seit 2011 das Direktmarketing bei PAYBACK. Er steuert dabei das Print-, E-Mail-, Mobile- und Permission-Marketing.

Erstpublikation: 03.06.2026

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