Studie: Fast 80% der Vermögensverwalter kämpfen mit KI-Rentabilität
The AI-Powered Investment Firm © Publicis Sapient
Doch über zwei Drittel der Unternehmen erzielen bisher nur geringe bis moderate Renditen aus ihren KI-Investitionen. Was trennt die Gewinner von den anderen?
Das Technologieunternehmen Publicis Sapient präsentiert „The AI-Powered Investment Firm“ – eine umfassende Studie in Kooperation mit ThoughtLab Research. Für die Erhebung wurden 500 leitende Führungskräfte aus der globalen Finanzindustrie, inklusive Deutschland, befragt, um herauszufinden, wie künstliche Intelligenz die Branche transformiert und welche Strategien zum Erfolg führen.
DIE WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE:
KI wird zur geschäftskritischen Priorität
- 73 % der Befragten stimmen zu: Die KI-Revolution in der Vermögens- und Fondsverwaltung hat begonnen
- 64 % sehen KI als entscheidend für die Zukunft ihres Geschäfts
- 63 % erwarten, dass KI die Interaktion mit Kunden grundlegend verbessert
- 62 % glauben, dass KI das Portfolio-Management revolutionieren wird
Große Kluft beim Return on Investment
Trotz hoher Erwartungen kämpfen viele Unternehmen mit der Umsetzung:
- Fast 80% der Unternehmen kämpfen mit der Rentabilität ihrer KI-Investitionen: Über zwei Drittel sehen nur bescheidene Renditen unter 7%
- 12 % sehen keine oder sogar negative Renditen
- Die durchschnittliche Amortisationszeit für KI-Projekte beträgt 22 Monate
- 30 % der Firmen nennen unklaren ROI als große Herausforderung
Was hält Unternehmen zurück?
Die Studie identifiziert vier Hauptbarrieren:
- Konservative Unternehmenskultur und Widerstand gegen Veränderungen (55 %)
- Unzureichende Datenqualität und fragmentierte Datensätze (51 %)
- Mangel an KI-Talenten und fehlende Fähigkeiten (45 %)
- Unzureichende Systemintegration und veraltete IT-Infrastruktur (39 %)
- Regulatorische Unsicherheit: 31 % nennen fehlende regulatorische Klarheit als große Hürde
Die Erfolgsformel der KI-Vorreiter
Die Studie kategorisiert Unternehmen in drei Reifegrade: 23 % sind „Starter“, 56 % „Advancer“ und 21 % „Leader“. Die Vorreiter unterscheiden sich durch:
- Höhere ROI: Leader erzielen durchschnittlich 4,7 % Rendite vs. 3,1 % bei anderen
- Strategischer KI-Einsatz: 78 % haben eine KI-Innovationskultur etabliert, 77 % verfügen über eine effektive KI-Strategie
- Modernisierte IT-Plattformen: 87 % der Leader setzen auf Cloud-basierte Infrastruktur
- Effizientes Investment: Leaders nutzen verstärkt SaaS-Lösungen (43 % vs. 28 % bei anderen)
- Umfassende Governance: 81 % haben KI-Governance-Frameworks implementiert
Generative und Agentische KI: Die nächste Welle
In den kommenden drei Jahren planen Unternehmen massive Investitionen in fortgeschrittene KI-Technologien:
- Die GenAI-Nutzung der Leader wird von 41 % auf 75 % steigen
- Agentische KI – autonome KI-Systeme, die komplexe Aufgaben eigenständig ausführen – gewinnt stark an Bedeutung
- Multimodale KI und Explainable AI werden sich mehr als verdoppeln
FÜNF BEST PRACTICES DER AI-LEADER:
- Vision und Kultur schaffen: Entwicklung einer unternehmensweiten KI-Vision mit klaren Zielen und Metriken
- KI-fähige IT- und Datenplattform aufbauen: 87 % der Leader setzen auf moderne Cloud-Infrastruktur und integrierte Datensysteme
- Robustes AI Governance-Framework installieren: 81 % haben umfassende GRC-Mechanismen implementiert
- Vorbereitung auf die Zukunft der Arbeit: KI wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine fundamental verändern – Leader investieren in Talententwicklung und Upskilling
- Geschäftsmodelle für die Agentische Ära neu denken: Leader experimentieren aggressiv mit GenAI und agentischen KI-Systemen
EINORDNUNG FÜR DEN DEUTSCHEN MARKT:
Prof. Dr. Alexander Schroff, Financial Services Lead DACH bei Publicis Sapient kommentiert:
„Die Studienergebnisse spiegeln auch die Situation in Deutschland wider: Während die große Mehrheit der Führungskräfte überzeugt sind, dass die KI-Revolution begonnen hat, kämpfen auch hierzulande viele Institute noch mit der praktischen Umsetzung. Die größten Hürden für deutsche Vermögensverwalter und Banken sind dabei weniger technologischer, sondern vor allem organisatorischer und regulatorischer Natur. Besonders die fragmentierten Datensysteme aus jahrzehntelangen IT-Landschaften sowie die konservativen Unternehmenskulturen bremsen die Transformation.“
„Gleichzeitig zeigt die Studie deutlich: Diejenigen Finanzinstitute, die jetzt strategisch in KI-fähige Datenplattformen investieren, moderne Governance-Strukturen etablieren und ihre Mitarbeitenden gezielt weiterbilden, werden sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung sichern. Für den deutschen Markt bedeutet das: Wer heute nicht handelt, riskiert morgen den Anschluss zu verlieren – an agilere Fintechs ebenso wie an internationale Wettbewerber, die bereits skalieren.“
Die Studie steht hier zum freien Download zur Verfügung: https://www.publicissapient.com/insights/ai-powered-investment-firm-report-2025