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Die Prüfer des Bundesrechnungshofes stellen dem mit wichtigsten Digitalprojekt des Bundes ein verheerendes Zeugnis aus: Die De-Mail kostet Millionen.
06.12.21 | Interessanter Artikel bei WirtschaftsWoche
Eine Mail an den Staat? Macht 1000 Euro! © WirtschaftsWoche
 

Die Prüfer des Bundesrechnungshofes stellen einem wichtigsten Digitalprojekte des Bundes ein verheerendes Zeugnis aus: Die De-Mail kostet Millionen – und wird quasi nicht genutzt.

Man kann sie wohl getrost als die „teuersten E-Mails“ bezeichnen, die Deutsche Bundesbehörden je verschickt haben. Jene rund 6000 Nachrichten die die Bundesverwaltung nach Berechnungen des Bundesrechnungshofs zwischen 2016 und 2019 über den rechtssicheren E-Mail-Dienst De-Mail versandt hat. Immerhin kosteten Aufbau und Betrieb der entsprechenden Plattform den Bund bis 2020 „mindestens 6,5 Millionen Euro“, so die Prüfer des Bundesrechnungshofes in ihrem Ende November veröffentlichen Jahresbericht zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes. Umgerechnet auf jede einzelne behördliche De-Mail bedeutete das ein digitales Porto von immerhin gut 1000 Euro.

Dabei war der elektronische Nachrichtendienst als zukunftsweisendes Großprojekt der digitalisierten Verwaltung gestartet. Bevölkerung und Unternehmen sollten auf diesem Weg mithilfe speziell verifizierter Nutzerkonten Nachrichten und Dokumente mit Behörden austauschen können, rechtssicher und virenfrei. 

Die Deutsche Telekom startete ihr Angebot mit eigenen De-Mail-Adressen zur IT-Messe CeBIT 2012 – mit einem geplanten Digitalporto von 39 Cent pro vertraulich und nachweisbar verschickter elektronischer Post. Auch die zur United-Internet-Gruppe gehörenden Dienste 1&1, Gmx und Web.de bieten bereits seit Jahren De-Mail-Adressen an. Zuständig für die Einführung auf Seiten der Bundesverwaltung war seit 2012 das Bundesinnenministerium (BMI).