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5 Gründe, warum niemand Ihre Blogartikel liest

Sie haben nur Sekunden, um die Aufmerksamkeit eines Besuchers zu gewinnen und ihn zum Bleiben zu bewegen.
Marcel Schreyer | 19.08.2019
5 Gründe, warum niemand Ihre Blogartikel liest © Pixabay / Karolina Grabowska
 
Wussten Sie, dass 55% aller Online-Nutzer weniger als 15 Sekunden auf einer Webseite verbringen und die durchschnittliche Dauer eines Webseitenbesuchs unter einer Minute beträgt? Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand Ihre Blogartikel liest ist also ziemlich hoch! Doch dafür investieren Sie nicht so viel Zeit und Leidenschaft in Ihren Blog.

Wie fesseln Sie mit Ihren Blogartikel trotzdem die Aufmerksamkeit Ihrer Webseitenbesucher und machen sie zu Interessenten und Kunden? Lernen Sie 5 Gründe kennen, warum Ihre Blogartikel nicht gelesen werden und was Sie dagegen tun können.

1. Niemand will Blogartikel lesen


Klingt paradox, ist aber so. Untersuchungen haben ergeben, dass Online-Nutzer Texte nicht im Ganzen lesen. Sofern Sie nicht ZEIT Online oder Facebook sind, möchten Ihre Webseitenbesucher sich nicht die Zeit vertreiben. Sie suchen handfeste Informationen, und das möglichst schnell und mühelos: um ein Problem zu lösen, ein Produkt oder ein Rezept fürs Abendessen zu finden. Sie lesen die ersten Sätze eines Artikels und überfliegen – “scannen” – einen Artikel auf der Suche nach Informationen, die ihnen konkret weiterhelfen. Finden sie etwas Interessantes, schauen sie näher hin, lesen eine Passage und “scannen” dann weiter. Oder springen zur nächsten Webseite.

So weit, so schlecht? Das Verhalten der Online-Nutzer können sie nicht ändern. Aber sie können ihre Blogartikel an dieses Verhalten anpasssen! Wenn Sie erst einmal verstanden haben, wie Nutzer ticken, werden Sie die folgenden Fehler vermeiden und Ihre Ziele trotz “lesefauler” Blogbesucher erreichen.

2. Ihre Überschriften sind todlangweilig


Die Überschrift Ihres Artikel entscheidet maßgeblich darüber, wie viele Leser Ihr Artikel bekommt.
Egal ob in Suchmaschinen, in Sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Blog: Niemand klickt auf langweilige Überschriften! Da die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer sehr gering ist, müssen Ihre Überschriften den Nerv der Nutzer treffen. Durch eine knackige Überschrift können Sie die Anzahl Ihrer Leser locker um 200% oder 300% steigern.

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Welche Überschrift würden Sie eher anklicken?

So schreibt man gute Blogartikel
5 Gründe, warum niemand Ihre Blogartikel liest


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Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Überschriften zu texten. Probieren Sie verschiedene Varianten aus und sammeln Sie Erfahrungen, was funktioniert. Wecken Sie Neugier, machen Sie starke Aussagen, erwähnen Sie bereits das Problem und dessen Lösungen. Zahlen (“die besten 10 Tipps”) funktionieren sehr gut. Die Überschrift baut Spannung und eine Erwartungshaltung des Nutzers an den Artikel auf. Je höher diese ist, desto eher sind Ihre Besucher bereit, Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren und den Artikel zu lösen. (Natürlich müssen Sie die Erwartungen mit Ihrem Artikel tatsächlich erfüllen!)

Hier finden Sie 13 Typen an Überschriften, die Ihnen mehr Klicks bringen.

3. Sie bauen Artikel nicht als “umgekehrte Pyramide” auf


Die Überschrift kann noch so toll sein. Findet der Nutzer nicht innerhalb von Sekunden, was er sucht – oder Hinweise darauf – ist er wieder weg, beim Wettbewerber wahrscheinlich. Sie müssen die Aufmerksamkeit des Lesers innerhalb weniger Sekunden fesseln. Deshalb sollten Sie Ihre Artikel nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide aufbauen: Starten Sie mit der wichtigsten Botschaft, den wesentlichen Fakten oder einem Überblick über das Thema (“breit”). Erst danach behandeln Sie Details (“schmal”).

Das Prinzip der umgekehrten Pyramide

Fangen Sie einen Artikel nicht mit Nebensächlichkeiten oder vielleicht einer schönen Geschichte an. Sonst besteht die Gefahr, dass der Leser ungeduldig wird und sich fragt, ob er nicht anderswo schneller zum Ziel kommt.

Fragen Sie sich: Welches Hauptproblem oder -anliegen haben die Leser meines Artikels und welches Versprechen würde sie davon überzeugen, dass der Artikel genau das ist, was sie suchen?

Der Leser möchte zuerst wissen, was der Artikel bietet und welchen Nutzen er davon hat, ihn zu lesen. Packen Sie diese Punkte immer in die Einleitung. Weniger wichtige Fragen, die vielleicht nur ein kleinen Teil der Leser interessieren, können sie ans Ende des Artikel in einer “FAQ”-Rubrik unterbringen.

4. Ihre Artikel bestehen aus Textwüsten


Damit Nutzer Ihre Artikel, wie oben beschrieben, mit den Augen “scannen” können, müssen Sie Ihre Texte entsprechend formatieren. Verstecken Sie Ihre wertvollen Inhalte nicht in Textwüsten! Es ist fast unmöglich, aus seitenlangen Fließtexten Informationen herauszusuchen, ohne sie komplett zu lesen. Der Leser wird schnell aufgeben.

Ihre Texte sollten klar strukturiert sein

Ihre Texte sollten klar strukturiert und visuell leicht zu erfassen sein. Strukturieren Sie Ihre Texte mit folgenden Elementen:

- viele hierarchische Zwischenüberschriften
- kurze Absätze mit jeweils nur wenigen Sätzen
- Listen, nummeriert oder mit Punkten
- Tabellen
- Fettdruck wichtiger Schlüsselwörter
- farbige Info-Boxen
- Icons
- Alternative Schriftarten

Diese Elemente signalisieren dem Leser: Das ist ein leicht verständlicher Artikel! Er findet wichtige Informationen mühelos, während er den Artikel durchscrollt. Bilder und Videos lockern einen Artikel nicht nur visuell auf. Mit hilfreichen Grafiken – nein, nicht die üblichen Stockfotos! – können Sie komplexe Inhalte einfach vermitteln. Sie werten einen Artikel extrem auf! Liest Ihre Zielgruppe nicht gerne, fassen Sie den gesamten Inhalt des Artikels in einem kurzen Video zusammen und betten es in den Artikel ein.

5. Ihre Artikel lesen sich wie eine Bedienungsanleitung


Ellenlange Schachtelsätze, Fachchinesisch oder inhaltsleeres Werbe-blah-blah? Das macht kein Leser lange mit. Ihre Blogartikel sollten sich wie ein Gespräch mit einem Kunden anhören. Denn genau das ist es!

Beachten Sie diese Regeln, wenn Sie schreiben:

- Verwenden Sie Alltagssprache. Schreiben Sie nur, was Sie auch im Gespräch sagen würden.
- Schreiben Sie in kurzen Sätzen.
- Sprechen Sie den Leser direkt an. Verwenden Sie Aktivsätze.
- Nutzen Sie Substantive und Verben, weniger Adjektive.
- Verwenden Sie einfache, bekannte Wörter.
- Müssen Sie Fachausdrücke oder Abkürzungen vewenden, erklären Sie sie.
- Entfernen Sie überflüssige Füllwörter.

Denken Sie daran, dass nicht jeder Leser ein Fachexperte ist. Erklären Sie Dinge, die für Sie vielleicht selbstverständlich erscheinen.

Machen Sie den Test: Würde Ihr 12-jähriger Sohn oder Ihre Tochter verstehen, was Sie mit dem Artikel sagen möchten? Wenn nicht, sollten Sie ihn dringend überarbeiten!

Bonus: Sie bauen keine Call-to-action ein


Ihre Webseitenbesucher lesen Ihre Artikel brav bis zum Ende durch? Das ist klasse! Doch sie verfolgen mit Ihrem Blog handfeste Ziele: Sie möchten neue Leads und Kunden generieren. Nutzer zu Lesern zu machen ist daher nur der Anfang. Wenn Sie Ihren Webseitenbesuchern eine Lösung für ihr Problem anbieten, sagen Sie ihnen das! Bauen Sie klare, optisch hervorgehobene Call-to-actions (Handlungsaufforderungen) in Ihren Artikel ein.

Call-to-actions - ein Beispiel

Call-to-actions können ein Download, eine Anmeldung zum Newsletter, ein Kauf, die Kontaktaufnahme oder nur der Klick auf einen Link zu einem weiteren Artikel sein. Durch klare Handlungsaufforderungen zeigen Sie Ihren Lesern, welche weiteren Schritte sie gehen können. Sie nehmen ihnen komplizierte Entscheidungen ab und ersparen ihnen, sich durch lange Texte quälen zu müssen.

Letzte Worte


Sie erinnern sich: Sie haben nur Sekunden, um die Aufmerksamkeit eines Besuchers zu gewinnen und ihn zum Bleiben zu bewegen. Nutzen Sie diese Zeit, indem Sie perfekt für “lesefaule” Besucher aufbereitete Blogartikel schreiben. Sie erhöhen Sie die Verweildauer Ihrer Besucher auf Ihrem Blog und erreichen Ihr Ziel, aus Lesern Interessenten und am Ende Kunden zu machen.

Hier finden Sie ganze 49 Tipps für bessere Blogartikel, die gefunden und gelesen werden.