E-Mail bleibt 2026 der ROI-stärkste Marketingkanal
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Am 10. März 2026 trifft sich die E-Mail-Marketing-Szene in München, um auf der CEIW aktuelle Trends zu diskutieren. Und es gibt gute Gründe, mit dabei zu sein: Denn E-Mail ist trotz aller neuen Kanäle weiterhin ein zentraler Baustein im Marketing-Mix. Warum? Zum einen liefert kein anderer Kanal einen vergleichbaren Return on Investment (ROI) – aktuelle Studien (wie beispielsweise von omnisend) zeigen branchenübergreifend bis zu 36 US-$ Erlös pro investiertem 1 US-$. E-Mail-Marketing wird zwar immer wieder „für tot“ erklärt, hat aber bislang jede Trendwelle überlebt und seine Relevanz bewiesen. Denn: Über E-Mail erreichen Unternehmen ihre Kunden direkt und persönlich, ohne von den Launen externer Algorithmen abhängig zu sein.
Dieser direkte Draht – kombiniert mit präziser Messbarkeit und Automatisierung – macht E-Mail zum Wachstumsmotor im digitalen Marketing. Zudem ist E-Mail ein offenes, dezentrales System auf Basis globaler Standards. Nutzer sind nicht an einzelne Plattformen gebunden und behalten die Kontrolle – bis hin zum Betreiben eigener Server. Gerade in Zeiten, in denen Datenschutz, Sicherheit und digitale Autonomie immer wichtiger werden, bleibt E-Mail daher ein zentraler Pfeiler der Kommunikation.
Natürlich steht das E-Mail-Marketing nicht still – es passt sich an neue Technologien und Rahmenbedingungen an. Derzeit prägen insbesondere folgende Themen die Fachdiskussion: Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung ermöglichen neue Effizienzschübe, werfen aber Fragen nach Kontrolle und Qualität auf. Fortschritte in Personalisierung – bis hin zur „Hyper-Personalisierung“ in Echtzeit – sollen die Relevanz steigern, müssen aber datenschutzkonform gestaltet werden. Die Deliverability (Zustellbarkeit) wird anspruchsvoller: Smarte Posteingänge und KI-basierte Spamfilter zwingen Marketer, noch mehr auf Reputation und Engagement zu achten.
Strengere Datenschutz-Regeln und höhere Verbrauchererwartungen in puncto Vertrauen erfordern transparente Einwilligungen und datenschonende Strategien. Gleichzeitig bieten neue interaktive Formate und verbesserte User Experience (z.B. barrierefreie, mobil-optimierte Designs) Chancen, sich von der Masse abzuheben. Und schließlich rückt die Omnichannel-Integration in den Vordergrund: E-Mail muss nahtlos mit Kanälen wie Social Media, SMS oder Apps zusammenspielen, gesteuert durch zentrale Customer-Data-Plattformen.
Fazit: E-Mail ist also weiterhin „König“, aber ein König, der mit der Zeit gehen muss. Für die wichtigsten Trendfelder sind im Folgenden die Fragen genannt, die sich Marketingverantwortliche stellen sollten, um E-Mail als leistungsstarken, zukunftsfähigen Kanal nutzen können – effizient, relevant, rechtssicher und kundenzentriert.
KI & Automatisierung: Vom Einsatz bis zur vollautomatischen Kampagnensteuerung
KI steigert Effizienz und ermöglicht personalisierte Ansprache in großem Maßstab. Typische Fragen: Wie können wir KI für Content und Segmentierung nutzen, ohne die menschliche Kontrolle zu verlieren? Welche automatisierten Customer Journeys bieten sich entlang unseres Funnels an?
Deliverability & Inbox-Governance: Zustellbarkeit und die „Regeln“ der Posteingänge
Nur was im Posteingang landet, kann wirken – zunehmend entscheiden smarte Filter darüber. Fragen:
Wie bauen wir eine gute Absenderreputation auf? Was bedeuten Gmails KI-Filter und neue Inbox-Features für uns? Wie verhindern wir, dass E-Mails im Spam oder in unwichtigen Tabs verschwinden?
Personalisierung & Relevanz: Individuelle Inhalte für höhere Kundenbindung und Conversion
Kunden erwarten maßgeschneiderte Kommunikation; relevante E-Mails erzielen deutlich bessere Öffnungs- und Klickraten. Fragen: Wie gehen wir über die bloße Namensanrede hinaus zur Hyperpersonalisierung? Welche Daten dürfen wir nutzen (Stichwort Datenschutz)? Wie stellen wir in Echtzeit relevante Inhalte bereit?
Datenschutz & Vertrauen: Rechtliche Konformität und glaubwürdige Kundenbeziehungen
Datenschutz ist in Europa ein Muss (DSGVO, ePrivacy) – zugleich kann konsequenter Datenschutz zum Wettbewerbsvorteil werden. Fragen: Wie gestalten wir transparente Einwilligungen und Preference Center? Wie signalisieren wir Vertrauenswürdigkeit (z.B. durch klare Absenderinfos, BIMI-Logos)? Wie verbinden wir Datenethik mit effektivem Marketing?
Design & Interaktion: Gestaltung, die auffällt und alle erreicht
Innovative, interaktive E-Mails verbessern das Nutzererlebnis und heben uns von der Masse ab. Zugleich sind Barrierefreiheit und mobile Optimierung unerlässlich. Fragen: Welche interaktiven Elemente funktionieren in den gängigen Mail-Clients? Erfüllen unsere Mail-Templates die neuen gesetzlichen Barrierefreiheits-Standards? Wie stellen wir sicher, dass E-Mails auf Smartphones genauso wirken wie auf dem Desktop?
Omnichannel-Integration: E-Mail im Konzert der Kanäle
Kunden bewegen sich zwischen Touchpoints – E-Mail sollte kein isolierter Kanal sein, sondern Teil einer konsistenten Journey. Fragen: Wie orchestrieren wir Kampagnen über E-Mail, SMS, RCS, Push &
Co.? Welche Rolle spielen CDPs (Customer Data Platforms) bei der kanalübergreifenden Personalisierung? Wie nutzen wir E-Mail als Bindeglied in Loyalty-Programmen und digitalen Ökosystemen?
Segmentierung & Zielgruppenmodelle: Feintuning der Ansprache durch clevere Segmentierung
Segmentierte Kampagnen erzielen signifikant bessere KPIs (z.B. ~50 % höhere Klickrate). Fragen: Nach welchen Kriterien segmentieren wir (Demografie, Verhalten, Lebenszyklus, KI-basierte
Prognosen)? Wie granular ist sinnvoll, ohne den Überblick zu verlieren? Wie setzen wir predictive Analytics ein, um z.B. Churn-Risiken zu erkennen?
Fazit: E-Mail-Marketing ist datengetrieben und kundenzentriert
Die genannten Punkte überschneiden sich zum Teil – so spielt KI in Personalisierung, Segmentierung und sogar bei der Zustellbarkeitsoptimierung eine Rolle. Gemeinsam zeichnen sie jedoch das Bild eines modernen E-Mail-Marketings, das datengetrieben und kundenzentriert ist, technische und regulatorische Anforderungen meistert und kreativ neue Wege geht.