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Video dominiert Social 2026

Reichweite steigt, Aufmerksamkeit sinkt. Video, Community und modulare Content-Strategien prägen Social 2026.
Melanie Tamblé | 16.02.2026
Blog2Social Social Media Report: Daten, Fakten und Strategien für 2026 © Melanie Tamblé
 

Social Media ist 2026 vollständig im Marketing-Mainstream angekommen. Weltweit nutzen 5,66 Milliarden Menschen soziale Netzwerke – das entspricht 69 Prozent der Weltbevölkerung. In Deutschland sind es 71 Millionen Nutzer, also 85,1 Prozent der Bevölkerung. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt global bei 2 Stunden 23 Minuten täglich, in Deutschland bei 1 Stunde 40 Minuten.

Während die Reichweite weiter wächst, verschiebt sich die Plattformarchitektur. Wachstum entsteht nicht mehr gleichmäßig, sondern konzentriert sich auf bestimmte Formate und Nutzungssituationen.

Für Marketingmanager bedeutet das: Budgetverteilung, Content-Architektur und Performance-Messung müssen neu gedacht werden.

Plattformdynamik 2026: Reichweite vs. Wachstum

 

Monatlich aktive Nutzer (MAU) 2026:

  • Facebook: 3,22 Mrd.
  • YouTube: 2,85 Mrd.
  • Instagram: 2,20 Mrd.
  • TikTok: 1,70 Mrd.
  • Reddit: 1,15 Mrd.
  • LinkedIn: 1,10 Mrd.
  • Telegram: 1,00 Mrd.
  • X (Twitter): 0,66 Mrd.
  • Pinterest: 0,52 Mrd.
  • Threads: 0,38 Mrd.
  • Discord: 0,25 Mrd.

 

Doch die Wachstumsraten 2025 → 2026 zeigen ein differenzierteres Bild:

  • Instagram: +10 %
  • Threads: +9,38 %
  • Discord: +8,70 %
  • TikTok: +7,59 %
  • YouTube: +5,56 %
  • Facebook: +2,22 %
  • LinkedIn: –4,35 %
  • Pinterest: –5,45 %
  • Reddit: –4,96 %

 

Weltweit dominieren weiterhin: Facebook, YouTube, Instagram und TikTok. In Deutschland dominieren YouTube, Instagram und TikTok. TikTok wächst mit +11,86 % am stärksten, LinkedIn bleibt stabil, während Facebook und X rückläufig sind.

Das Wachstum konzentriert sich auf visuelle, videobasierte und community-orientierte Plattformen. Klassische Feed-Netzwerke stagnieren oder verlieren leicht.

Reichweite allein ist kein Indikator mehr für Zukunftssicherheit. Wachstumsdynamik signalisiert, wo neue Nutzungssituationen entstehen – insbesondere im Video- und Community-Bereich.

Nutzungsmotive: Relevanz schlägt Präsenz

71 Prozent der Nutzer verwenden Social Media für soziale Kontakte, 61 Prozent für Unterhaltung, 47 Prozent für berufliches Networking und 45 Prozent aktiv zur Produktrecherche.

Für Marketingverantwortliche besonders relevant: Fast jeder zweite Nutzer nutzt Social Media explizit zur Recherche vor Kaufentscheidungen. Der Feed ist damit nicht mehr nur Awareness-Kanal, sondern integraler Bestandteil der Customer Journey.

Entscheidend ist jedoch: Aufmerksamkeit verteilt sich auf durchschnittlich 7,5 Accounts pro Nutzer weltweit, in Deutschland auf 4,5. Sichtbarkeit entsteht daher nur durch strukturierte Präsenz über mehrere Plattformen hinweg.

Video wird zum Standard-Content

Die Daten belegen eine klare Dominanz von Videoformaten:

  • 1 Milliarde Stunden Video-Watchtime täglich
  • 50 Milliarden YouTube-Short-Views pro Monat
  • TikTok wird durchschnittlich 20 Mal pro Tag geöffnet
  • Beste Performance bei 21–34 Sekunden

 

Vor allem Kurz-Videos in Form von Reels, Shorts und TikToks dominieren die Algorithmen.

Video ist 2026 kein Add-on mehr, sondern eine algorithmische Grundvoraussetzung. Gleichzeitig sinkt die Fehlertoleranz für irrelevante Inhalte. Produktion ohne klare Themenarchitektur führt zu Ressourcenverlust.

Was Marketingmanager jetzt strategisch neu bewerten müssen

Aus den Daten ergeben sich mehrere strukturelle Konsequenzen:

  • Plattformstrategien dürfen nicht isoliert gedacht werden
  • Content muss modular entwickelt werden
  • Video gehört in jede Content-Planung
  • Community-Building stabilisiert Reichweite
  • KPI-Systeme müssen Engagement und Watchtime priorisieren

 

Besonders relevant ist der Übergang von kampagnengetriebener Kommunikation zu kontinuierlicher Themenarchitektur. Unternehmen, die Inhalte aus zentralen Themenclustern ableiten und formatgerecht adaptieren, erzielen höhere Skalierbarkeit bei geringerer Produktionslast.

Neue Prioritäten in der Budgetverteilung

Die Wachstumsraten legen nahe, Budgets stärker auf:

  • Kurzvideo-Produktion
  • Formatadaption
  • Community-Formate
  • Performance-Analyse
  • Automatisierte Distribution

zu verlagern.

Gleichzeitig gewinnen First-Party-Community-Strukturen an Bedeutung. Eigene Gruppen, Newsletter oder exklusive Content-Bereiche reduzieren Abhängigkeit von algorithmischen Schwankungen.

Fazit: 2026 entscheidet Struktur

Die Social-Media-Zahlen 2026 zeigen keinen Einbruch, sondern eine Reifephase. Reichweite ist vorhanden, aber nicht mehr automatisch wirksam. Video dominiert, Plattformen fragmentieren sich, Nutzer recherchieren aktiv im Feed.

Für Marketingmanager heißt das: Nicht mehr Präsenz entscheidet, sondern Architektur. Wer Themen zentral definiert, Inhalte modular produziert und Plattformen strategisch priorisiert, schafft nachhaltige Wirkung.

Social Media ist 2026 kein Reichweitenproblem – sondern eine organisatorische Challenge.

Weitere Daten, Fakten und Strategien im Blog2Social Social Media Report 2026: blog2social.com/de/blog/nutzerzahlen-social-media/

Img of Melanie Tamblé

Expertin für Content Marketing, Online PR und Social Media. Mitgründerin und Geschäftsführerin der ADENION GmbH für Online-Dienste und Tools.

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