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Nur 4% der Onlineshops betreiben Marketing per WhatsApp & Co

Sind Newsletter via Messenger wie WhatsApp & Co eine sinnvolle Ergänzung oder Ersatz für das E-Mail-Marketing? Wir haben 1000 Online-Shops analysiert.
Mit dem Newsletter auf der Freundesliste © Addictive Stock / Photocase
 

Für das EHI Retail Institute ermittelten wir 2018 erstmals, wie die 1.000 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland E-Mail-Marketing betreiben. Am Rande unserer empirischen Recherchen waren wir noch einem neuen Trend auf der Spur: Marketing per MessengerApps. Wir haben alle verfügbaren Messenger-Newsletter abonniert und untersucht, welche Shops diesen Kanal wie nutzen.

WhatsApp, Facebook Messenger, Threema, WeChat und Telegram sind vielen als Chat-Apps bekannt. Seit einiger Zeit nutzen deutsche Online-Shops MessengerApps aber auch für ihr Marketing – bislang allerdings nur WhatsApp.

Welche Unternehmen nutzen WhatsApp wofür?
Bei einer solchen Reichweite lässt sich vermuten, dass das Geschäft mit WhatsApp-Marketing boomt. Dem ist allerdings noch nicht so, wie unsere Erhebungen zeigen: Unter den 1.000 überprüften E-Commerce-Betreibern nutzen zum aktuellen Zeitpunkt nur 39 (3,9 %) den Messenger für ihr Marketing - und alle bieten gleichzeitig auch noch klassische E-Mail-Newsletter an.

Allerdings finden sich darunter auch zehn Online-Shops, die zwar eine Registrierung zum WhatsApp Newsletter anbieten, aber gar keine News verschicken. Die verbleibenden 30 Unternehmen setzen sich aus Lifestyle-Marken wie Mode-, Schmuck- und Parfüm-Shops (16 von 30) und Shops zusammen, die Lebens- bzw. Nahrungsergänzungsmitteln verkaufen (5 von 30). Die beiden Branchen-Exoten unter den WhatsApp-Marketern sind der Handels- und Dienstleistungskonzern BayWa und der Soundtechnik-Hersteller Teufel, die hauptsächlich aktuelle Angebote versenden. Die Versandfrequenz reicht von täglichen News (8 Shops), über 2-3 mal die Woche (13 Shops), einmal wöchentlich (2 Shops) zu komplett unregelmäßig (7 Shops).

Optisch sehen sich die Beiträge der analysierten Online-Shops alle ähnlich: Bilder werden kombiniert mit Text, Emojis und Links, da WhatsApp darüber hinaus kaum Strukturierungs- und Formatierungsmöglichkeiten bietet. Es gilt also noch stärker als beim E-Mail-Newsletter mit Inhalten zu überzeugen. Nur ein Shop bediente sich der Möglichkeit, Sprachnachrichten per WhatsApp zu versenden und begrüßt neue Abonnenten mit einer persönlichen Ansprache des Inhabers.

Inhaltlich wird WhatsApp von den Online-Shops vorrangig für die Verbreitung von Angeboten verwendet. 22 der 30 aktiven Shops verschicken ein- bis mehrmals pro Woche Nachrichten zu teils exklusiven Deals, aber auch zu Trends, Neuerscheinungen und Highlights. Unternehmen wie Reishunger und Alnatura versenden zusätzlich regelmäßig neue Rezeptideen mit ihren Produkten. Aufgrund der gestalterischen Einschränkungen und der Gefahr, in der schieren Nachrichtenmasse unterzugehen, handelt es sich hierbei meist nur um Kurzversionen der Rezepte, die sich über den mitgesandten Link abrufen lassen. Der Link bietet den Unternehmen zusätzlich den Vorteil, die Klickrate messen zu können. Die E-Commerce-Firmen, mit denen wir gesprochen haben, berichteten positiv von den Anmelderaten, die schneller stiegen als bei klassischen E-Mail-Newslettern, und der überdurchschnittlichen Konversionsrate.

26 weitere Online-Shops verschicken zwar keine News oder Angebote per WhatsApp, sie nutzen stattdessen den Messenger, als Support- und Service-Kanal für ihre Kunden.

Mehr über die Funktionsweise der WhatsApp Newsletter, und das Für und Wider von WhatsApp-Marketing finden Sie hier