Marketing-Börse PLUS - Fachbeiträge zu Marketing und Digitalisierung
print logo

Apple ändert anonyme E-Mail-Adressen

Kritik aus der Community wächst, da Apple laut Nutzern Anonymität reduziert und Plattformen mehr Kontrolle über Sign-ups erhalten könnten.
18.06.26

- Apple verschiebt Hide My Email auf @private.icloud.com Domain
- Apps können anonyme Sign-ups künftig leichter erkennen und blocken
- Bestehende Adressen bleiben funktionsfähig, Entwickler müssen filtern


Apple plant eine Änderung seines Datenschutz-Features iCloud+ „Hide My Email“, das bisher anonyme E-Mail-Adressen für Online-Anmeldungen erzeugt, berichtet TechCrunch. Diese Adressen laufen bislang unter der Domain @icloud.com und sind dadurch nicht von regulären Apple-Adressen unterscheidbar. Genau diese Eigenschaft machte den Dienst effektiv, da Websites die Nutzung kaum erkennen oder blockieren konnten.


Künftig sollen die zufällig erzeugten Adressen jedoch auf die Domain @private.icloud.com umgestellt werden. Laut Apple soll dies Entwicklern helfen, anonyme Sign-ups besser zu identifizieren und gegebenenfalls zu filtern oder zu blockieren. Damit wird das Feature für Anbieter transparenter – und potenziell weniger wirksam für Nutzer, die ihre echte E-Mail-Adresse schützen wollen.


Wichtig ist dabei: Bestehende Hide-My-Email-Adressen bleiben weiterhin funktionsfähig und leiten Nachrichten wie gewohnt weiter. Allerdings müssen App- und E-Mail-Anbieter ihre Filterlogik anpassen, damit weiterhin alle relevanten Nachrichten bei Nutzern ankommen.


Die Änderung stößt in der Community auf Kritik. Nutzer auf Reddit bemängeln, dass der Schutz der Anonymität dadurch geschwächt werde. Parallel bleibt unklar, warum Apple diese Anpassung vornimmt; eine offizielle Begründung blieb aus.


Hintergrund ist zudem eine zunehmende politische und regulatorische Aufmerksamkeit für anonyme Accounts. Berichte von TechCrunch zeigen etwa Fälle, in denen über anonymisierte E-Mail-Adressen Identitäten rückverfolgt wurden, unter anderem im Umfeld von Ermittlungen rund um Kash Patel. Auch staatliche Stellen in den USA erhöhen den Druck auf Tech-Konzerne, Nutzeridentitäten offenzulegen.