KI-Mails klingen phrasenhaft
- KI-E-Mails wirken oft austauschbar und wenig glaubwürdig
- 38 % der Verbraucher misstrauen bekannten KI-Marketingmails
- Personalisierte KI-Modelle können den eigenen Schreibstil erhalten
Der Einsatz von KI zur Erstellung von E-Mails kann die Effizienz steigern, birgt jedoch Risiken für Glaubwürdigkeit und Kundenbeziehungen, berichtet MediaPost. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Anbieters Word.now. Demnach erzeugen viele gängige KI-Tools sehr ähnliche Texte – unabhängig von Absender, Branche oder Beziehung zum Empfänger. Dieses Phänomen bezeichnet das Unternehmen als „AI Voice Homogenization“.
Der Grund: Millionen Nutzer greifen auf dieselben Sprachmodelle zurück, die ähnliche Formulierungen, Satzstrukturen und Sprachrhythmen produzieren. Dadurch gehen individuelle Merkmale verloren, die Empfängern normalerweise Authentizität und echtes Interesse signalisieren.
Die Erkenntnisse sind nicht nur für die geschäftliche Korrespondenz relevant, sondern auch für Marketing- und Vertriebs-E-Mails. Denn Vertrauen spielt dort eine zentrale Rolle. Eine weitere Studie von Validity zeigt, dass 38 Prozent der Verbraucher Marketing-E-Mails weniger vertrauen, wenn sie wissen, dass diese von KI erstellt wurden.
Word.now setzt deshalb auf einen Ansatz, bei dem Nutzer Schreibproben bereitstellen können. Auf dieser Basis erstellt die KI Antworten, die Wortwahl, Satzlänge und Tonalität des jeweiligen Absenders nachbilden. Laut Erfahrungsberichten aus einem Testprogramm führte dies zu natürlicher wirkenden Gesprächen und besseren Reaktionen von Kunden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Datenschutz. Viele Anwender stehen Tools kritisch gegenüber, die direkten Zugriff auf das E-Mail-Postfach verlangen oder standardisierte Antworten erzeugen. Personalisierte und datensparsame Lösungen könnten daher künftig an Bedeutung gewinnen.