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Warum E-Mail Marketing stärker ist als je zuvor

E-Mail Marketing funktioniert immer noch – und zwar besser als je zuvor. Warum das so ist und wie man echte Kundenbeziehungen aufbaut.
 

Das sind die Themen:

Segmentierung ist dynamisch geworden – nicht statisch

Newsletter und Automations sind längst nicht mehr klar getrennt. Während früher statische Segmente alle zwei bis drei Monate erstellt wurden, arbeiten moderne Marketing-Teams mit dynamischen Segmenten, die sich täglich verändern. Der Kundenservice liefert dabei entscheidende Hinweise: Welche Fragen stellen Kunden? Welche Themen brennen? Diese Insights fließen direkt in die Kampagnenplanung ein und ermöglichen es, zum richtigen Zeitpunkt das richtige Angebot zu kommunizieren.

Inspiration schlägt Verkaufsdruck – vor allem bei komplexen Produkten

Bei Produkten, die Kundenmitgestaltung erfordern, funktioniert reiner Verkaufsdruck nicht. Stattdessen geht es darum, Kunden zu triggern: Warst du im Urlaub? War es eine Fernreise? Basierend auf Zeitpunkten und Bestellhistorie entsteht ein Bild von Kundenmotiven. Die beste E-Mail liefert dann konkrete Gestaltungstipps, Vorschläge und inspirierende Beispiele – nicht nur den Button zum Checkout. Das setzt voraus, dass Marketing eng mit dem Kundenservice zusammenarbeitet und von dessen Erkenntnissen profitiert.

Predictive Scoring für Rabatte ist ein komplexes, aber lohnendes Spiel

Nicht alle Kunden reagieren gleich auf Rabatte. Während manche ihn benötigen, um zu bestellen, würden andere auch ohne ihn kaufen. Dynamic Pricing und Rabatt-Scoring helfen zu erkennen, welcher Kunde welchen Impuls braucht – und zu welchem Zeitpunkt. Bei saisonalen Produkten wie Adventskalendern oder Reisefotobüchern zeigt sich: Ein und derselbe Kunde kann zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich reagieren. Marketing-Manager müssen diese Komplexität im Datenmanagement und in der BI abbilden.

Zero-Party-Data sammeln ist schwieriger, aber wertvoller

Unternehmen sollten nicht nur auf Bestellhistorie und Website-Verhalten setzen, sondern Kunden aktiv einladen, ihre Bedürfnisse und Vorlieben mitzuteilen. Interaktive Formate in der App oder per WhatsApp funktionieren besser als im E-Mail-Format. Allerdings stellt sich sofort die konzeptionelle Frage: Was mache ich mit den Daten? Wenn ein Kunde sagt „mir gefällt dieser Newsletter", bedeutet das, dass ihm der Newsletter grundsätzlich gefällt oder nur dieser konkrete Inhalt? Diese Unterscheidung ist für echte Personalisierung entscheidend – und verlangt nach Klarheit im Datenmanagement.

Datenschutz ist der stärkste Wettbewerbsvorteil – nicht die Bremse

Viele Unternehmen fürchten strikte Datenschutzgesetze. Die Realität: Datenschutz ist ein Vertrauensbonus. Kunden wissen, dass sie in Europa nur E-Mails von Marken erhalten, denen sie zustimmen. Dieses Vertrauen ist der Grund, warum E-Mail Marketing nach 20–30 Jahren immer noch so stark funktioniert. Wenn ein Unternehmen transparent kommuniziert und Fotos von Kunden bewusst nicht auswertet (auch wenn es könnte), signalisiert das echtes Respekt – und wird mit Loyalität belohnt.

Erstpublikation: 05.02.2026

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