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Die optimale E-Mail-Versandfrequenz

Wie häufig sollten Sie Ihre Newsletter versenden? Die richtige Frequenz hängt von Ressourcen, Inhalten und Empfängern ab. Testen und fragen hilft.
Juliane Heise | 09.04.2018
© Pixabay / LadyBB
 

Generiert eine größere Anzahl an Newslettern mehr Klicks und mehr Umsatz? Diese Frage beschäftigt viele Unternehmen, die E-Mail-Marketing betreiben. Wie viele Newsletter oder andere E-Mail-Kampagnen sollten Sie für ein optimales Ergebnis versenden?

Das Dilemma: Verschicken Sie zu häufig Newsletter, besteht die Gefahr, dass Empfänger sich belästigt fühlen und Ihre E-Mails abbestellen, diese als Spam markieren oder schlichtweg ignorieren. Solch „tote Kontakte“ kosten Geld und bringen Ihnen nichts ein. Im schlimmsten Fall nimmt sogar Ihre Absender-Reputation Schaden.

Senden Sie dagegen zu selten Newsletter oder andere Arten von Marketing-E-Mails, bleiben Sie Ihrer Zielgruppe möglicherweise nicht im Gedächtnis. Wenn Sie dann nach längerer Zeit der Inaktivität wieder eine E-Mail versenden, ist die Gefahr hoch, dass diese als Spam wahrgenommen wird, weil sich der Empfänger nicht mehr an die Anmeldung erinnert.

Neben der optimalen Versandzeit gilt also, die beste E-Mail-Versandfrequenz zu finden. Doch in welchem Intervall sollten Sie Ihren Newsletter versenden? Mehrmals oder nur einmal wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich?
Ein Wermutstropfen gleich zu Beginn: Die Frage nach der besten E-Mail-Versandfrequenz für Ihren Newsletter ist ebenso wenig pauschal zu beantworten wie der perfekte Versandzeitpunkt. Es hängt sowohl von Ihrer E-Mail-Strategie, Ihren Inhalten als auch von Ihrer Zielgruppe ab, was zu viel oder zu wenig ist. Mit den folgenden Tipps und Strategien können Sie sich jedoch dem für Sie optimalen Wert nähern.

Zielgruppenanalyse: Wie oft möchten E-Mail Empfänger von Ihnen hören?


Wie häufig Sie an Ihre Empfänger Nachrichten versenden, hängt davon ab, welche Art Inhalte Ihre E-Mails enthalten. Transaktionale E-Mails bleiben hiervon unberücksichtigt, denn diese werden durch eine Handlung vom Empfänger ausgelöst, beispielsweise die Bestätigung einer Bestellung oder einer Newsletter-Anmeldung. Diese Nachrichten müssen sofort versendet werden, da Empfänger darauf warten. Übrigens ist ein häufiger Fehler, nach der Erstanmeldung zu viel Zeit verstreichen zu lassen.
Hat sich ein Nutzer zu Ihrem Newsletter angemeldet, nutzen Sie diese Chance und bringen sich zeitnah wieder in Erinnerung. Willkommensserien, die Ihr Unternehmen und Ihre Produkte vorstellen und Nutzern die ersten Schritte vorschlagen (beispielsweise einen Rabattcode für die erste Bestellung, Links zu den beliebtesten Artikeln oder Ihren Social-Media-Profilen), sind hierfür eine gute Möglichkeit. Achten Sie hierbei darauf, dass der Zusammenhang zwischen den Mails erkennbar ist, und lassen Sie nicht zu viele Tage zwischen den einzelnen E-Mails vergehen. Nutzen Sie die Chance, von Anfang an eine Beziehung zu Ihren Kunden aufzubauen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit E-Mail-Marketing gesammelt, stehen Ihnen Statistiken zur Verfügung, die Sie auswerten können. Haben Sie in der Vergangenheit bei Ihrem erstellten Newsletter mit unterschiedlichen E-Mail-Versandfrequenzen experimentiert? Lassen sich aus den gesammelten Daten Erkenntnisse gewinnen?

Auch über Ihr Web-Analyse-Tool können Sie mehr über Ihre Zielgruppe lernen: Wie oft besuchen diese Ihre Website oder Ihren Shop und welche Seiten werden besucht? Je nachdem, wie Sie Ihr Tracking eingerichtet haben, können Sie hier mehr oder weniger detaillierte Analysen durchführen. Interessant sind zum Beispiel die wiederkehrenden Besucher. Bedenken Sie auch, dass die E-Mail nur ein Kanal ist, über den Sie mit Ihren Kunden in Kontakt treten. Sehen Sie Ihre Kundenkommunikation als Ganzes. Wie oft findet der Kontakt statt und über welche Kanäle? Auf welche Arten bringen Sie sich Ihren (potenziellen) Kunden in Erinnerung?

Welche Ressourcen haben Sie zur Verfügung?


Diese Frage sollten Sie beantworten, bevor Sie eine höhere E-Mail-Versandfrequenz planen. Geben Ihre personellen und inhaltlichen Ressourcen diese überhaupt her? Jede E-Mail-Kampagne sollte mit für die Zielgruppe relevanten Content versehen werden. Ein wenig Arbeit für das Layout und Versenden fällt außerdem an. Gibt es Mitarbeiter, die für diese Mehrarbeit Zeit haben?

Machen Sie sich außerdem Gedanken darüber, welche Art von E-Mails Sie versenden möchten? Gibt es ausreichend Produktneuheiten oder unterschiedliche Produkte, um diese in häufigen Abständen vorzustellen? Erstellen Sie genügend redaktionellen Content, zum Beispiel Blogposts, White Paper, Case Studies, Tutorials usw., die Sie in E-Mails verwenden können?

Vermeiden Sie auf jeden Fall, sich zu häufig zu wiederholen. Wenn sich Ihre Empfänger gelangweilt fühlen, besteht die Gefahr, dass sie sich abmelden und Ihre höhere E-Mail-Versandfrequenz eher einen negativen Effekt hat, als dass Sie mehr Umsatz generieren.

Achten Sie bei der Erstellung von Content auch auf Relevanz und ein einheitliches Markenerlebnis für Ihre Empfänger. Verschicken Sie keine willkürlichen Inhalte, nur um Ihre E-Mails zu füllen. Der Content und die Botschaften oder Handlungsaufforderungen in Ihren Nachrichten sollten immer zu Ihrem Unternehmen und Ihren Empfängern passen.

A/B-Testing: Bestimmen Sie die ideale Versandfrequenz!


Um herauszufinden, wie häufig Sie Ihre E-Mails zukünftig versenden sollten, bieten sich A/B-Tests an. Hierzu teilen Sie Ihre E-Mail-Liste in Segmente und verschicken in unterschiedlichen Frequenzen Ihre E-Mails. Vergleichen Sie die Werte (Öffnungsraten, Klickraten und Conversions, aber auch Abmelderaten) und testen Sie so lange, bis sich ein Ergebnis herauskristallisiert.

Lassen Sie Empfänger entscheiden!


Eine weitere Möglichkeit, um die optimale Frequenz zu erzielen, ist es, Ihren Empfängern die Wahl zu lassen. Geben Sie ihnen zum Beispiel gleich bei der Anmeldung die Auswahlmöglichkeit aus täglichen Neuigkeiten, wöchentlichen Zusammenfassungen oder monatlichen Newslettern.
Auch bei der Abmeldung ist es eine gute Idee, E-Mail Empfänger zu befragen, ob sie stattdessen eine seltenere Versandfrequenz wählen möchten, anstatt sich vollkommen von Ihrem Newsletter abzumelden.

Verschicken Sie verschiedene Newsletter, beispielsweise nach bestimmten Produktgruppen, können Sie außerdem Nutzern die Wahl lassen, einzelne Newsletter zu bestellen oder abzumelden und damit genau die gewünschten Inhalte zu erhalten. Sinnvoll ist außerdem eine Kundenbefragung per E-Mail. Wie oft möchten Empfänger Informationen von Ihnen erhalten? Bieten Sie eine kleine Belohnung für die Teilnahme an der Umfrage an, um die Motivation zu erhöhen.

Fazit: Testen und Empfänger mit einbeziehen


Die Frage nach der optimalen E-Mail-Versandfrequenz kann zwar nicht pauschal beantwortet werden, aber es gibt dennoch Möglichkeiten, eine gute Lösung zu finden. Testen Sie verschiedene Frequenzen, bieten Sie Empfängern die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie häufig sie von Ihnen hören möchten, und behalten Sie vor allem Ihren Content im Blick. Verschicken Sie nur Produktangebote, wird die gefühlte E-Mail-Frequenz höher sein als die tatsächliche, da sich die Inhalte sehr ähneln. Schicken Sie dagegen unterhaltsame, informative, abwechslungsreiche Inhalte, dürfen Sie sich sicherlich eine höhere Frequenz erlauben.