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Tipps und Tricks für schöne Texte

Die Macht des Wortes für sich nutzen. Die Sprache bietet eine wahre Schatzkammer an Stilmitteln und Kniffen für lebendigere und interessantere Texte.
Julia Beyer | 01.04.2019
© Pixabay / Geralt
 

Egal ob Blogpost, Pressemitteilung, Claim oder Insta-Post – Jeder fleißige Schreiberling kennt das Problem: Der Text ist fertig, aber irgendwie will der Funke nicht recht überspringen. Irgendetwas fehlt. Glücklicherweise bietet die geschriebene Sprache eine wahre Schatzkammer an Stilmitteln und Kniffen, um Texte lebendiger und interessanter zu gestalten. Also Stifte und Ohren gespitzt, hier kommt die Checkliste für schöne Texte:

Grundlagen-Check: Kill your Darlings


Die erste Hürde ist genommen und der Entwurf ist fertig. Bevor es allerdings ans Schulterklopfen geht, sollten Texter jedoch nochmal hart mit sich ins Gericht gehen. Der erste Schritt: Die Grundlagen checken. Für wen ist er geschrieben? Ist die Sprache für die Zielgruppe verständlich? Und wie sieht es mit der Länge aus? Das Credo für gute Texte lautet stets: So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Auch Bandwurmsätze sind ein No-Go. Stattdessen sorgt ein Mix aus kurzen und etwas längeren Sätzen für einen guten Lesefluss.

Auch die Struktur vom Text sollte direkt erkenntlich sein. Können vielleicht noch Absätze oder Zwischenüberschriften ergänzt werden, um die Aussagen klarer zu machen? Zu guter Letzt gilt es in der ersten Korrektur auch nochmal die Wortwahl selbst anzuschauen. Fremdworte und Fachbegriffe können in den meisten Fällen durch verständliche Alternativen ersetzt und Dopplungen durch interessante Synonyme getauscht werden. Und der härteteste Part: Füllwörter streichen! So sehr es auch schmerzt, all die liebgewonnenen Phrasenfüller zu eliminieren, so gut tut es am Ende dem Text. Wirklich.

Fine Tuning: Den Text zum Leben erwecken


Stehen Struktur und Form, das Werk ist verständlich und der Schreiberling insgesamt schon ganz zufrieden, so geht es an den Feinschliff. Hier wird aus einer drögen Textwürste ein Leseerlebnis. Außer natürlich der vorliegende Entwurf soll ein neutraler Sachtext bleiben, wird der Stift jetzt zum Zauberstab, der den eigenen Worten Leben einhaucht. Hierbei geht es vor allem um Formulierungen, die die Sinne des Lesers ansprechen. Er soll den Text nicht nur lesen, sondern Teil vom Erzählten werden. Ein paar Tipps und Kniffe:

Konkrete Begriffe statt Allgemeinplätze verwenden


Protagonisten essen Tiramisu anstatt einfach eine Nachspeise, sie fahren einen silbernen VW-Golf anstatt einen Kleinwagen und wohnen vielleicht im alten Fachwerkhaus am Ende der Straße statt einfach nur im Wohnhaus.

Plastische Details beschreiben


Der herb-süße Geschmack der luftigen Mascarpone-Creme lag ihr noch auf der Zunge, als sie die quietschende Autotür hinter sich zuschlug und sich in die federndurchdrungenen Sitze fallen ließ.

Aktive, sprechende Verben nutzen, die man hören, fühlen oder schmecken kann


Die Haustür krachte ins Schloss und die Stufen knarrten im Takt ihrer Schritte. Das plötzliche Licht in der Wohnung brannte beinahe in ihren Augen.

„Ungehörte“ oder unerwartete Formulierungen suchen


Statt abgedroschener Begriffe und Floskeln besser „ungehörte“ oder unerwartete Formulierungen suchen. Zuhause war für sie nicht einfach, wo das Herz ist. Zuhause war ihre ganz persönliche Komfortzone, ihre Ladestation und ihre Kreativitätsschmiede – ihr Kaffee am Morgen und ihr Gutenachtkuss am Abend.

Bildhafte Stilmittel wie Metaphern, Alliterationen oder Personifizierungen einbauen


Spät in der Nacht, wenn der Mond mit wachsamen Augen über die Stadt blickt, eröffnet sich ihr ein Meer aus Gedanken. Ihr Stift fliegt übers Papier bis die dumpfe Dämmerung die ersten Sonnenstrahlen durch ihr Fenster trägt.

Um einen Text lebendig zu gestalten, muss natürlich nicht jeder Satz vor bildhafter Sprache strotzen. Oft genügt es schon, einzelne Formulierung etwas greifbarer zu gestalten, um den Leser mitzureißen. Garniert mit ein paar Zahlen und Fakten für die Glaubwürdigkeit, entstehen so im Handumdrehen schöne Werke für jeden Zweck. Viel Spaß beim Schreiben!


Der Text ist auch als Blog-Beitrag bei Mashup Communications erschienen.