So überzeugen Landingpages schneller
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Landingpages und Webseiten sind eine Wissenschaft für sich. Wer will, kann sich verlieren in einem Strom an Tutorials, Praxistipps und dergleichen. Gleichzeitig verbrennt er etliche Stunden an Wertschöpfung.
Mich interessieren dagegen zwei wirtschaftliche Dinge: Klickt der Besucher auf „Kaufen“ und schließt er den Kauf dann auch wirklich ab? Anders formuliert: Steigt die Conversion-Rate?
Wie Sie besser (sprich: mit weniger Werbebudget) zu diesen zwei Zielen kommen, darum geht es in diesem Artikel. Fokus ist das Feld, in dem ich mich auskenne: das Wording.
Die Landebahn wird freigeräumt
Als Schauspieler, mehrfacher, europäischer Titelträger der Rhetorik und Verkäufer am Telefon weiß ich: Gedanken brauchen Platz zum Atmen. In der gesprochenen Sprache bedeutet das: ein Gedanke pro Satz. Nudelsätze, die typisch für das Deutsche sind, lassen Leute aussteigen.
Auf einer Landingpage kommt hinzu: Wer vier Textsäulen nebeneinandersetzt und jede Säule acht Zeilen oder mehr umfasst, vergrault die Zielgruppe. Die eigene Erfahrung im Netz lehrt uns: Wir scrollen in Windeseile durch Seiten auf der Suche nach der einen Info, die uns stoppen lässt.
Diese Info findet sich weder in Nudelsätzen noch in nudlig-langen Textsäulen.
Klare Funksprüche geben den Weg vor
- „Wer zuerst verstanden wird, verkauft häufiger.“
- „Vom Fachspezialisten zur Führungskraft.“
- „Fünf Stunden weniger Aufwand. Jede Woche.“
Das sind Sätze, bei denen Menschen den Daumen zum Scrollen ruhen lassen. Am besten fängt das Scrollen gar nicht erst an. Denn wenn die Überschrift und der erste Absatz nicht überzeugen, sind die Besucher schon weg.
Sätze wie die Beispiele oben dienen perfekt als Überschrift. Die Überschrift soll beim Leser auslösen: „Das geht um mich“ und Neugier auf den ersten Absatz machen.
Der nächste „Funkspruch“ ist also ein starker erster Absatz. Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, mag ein abgedroschener Spruch sein. Trotzdem ist er wahr. Verstärken Sie einen Glaubenssatz Ihrer Zielgruppe, anstatt sie bekehren zu wollen.
Beispiel: „Entscheider haben heute deutlich weniger Zeit als vor fünf Jahren“ holt Verkäufer dort ab, wo etliche heute am Telefon stehen. „Vertrieb muss völlig neu gedacht werden“ erinnert eher an das Bekehren von „Ungläubigen“ und baut Widerstände auf. Wieder ein Absprung mehr von der Landingpage.
Der Grund für den Flug wird benannt
Nur weil Entscheider viel weniger Zeit haben als vor fünf Jahren kauft niemand einen Kurs für Verkäufer. Die Landingpage sollte ausdrücken: Was bekomme ich dafür wenn ich den Kurs kaufe (den „Flug antrete“)?
Wer weiterhin Interessenten bluten möchte, schreibt jetzt Features rein:
- Exklusiver Zugang zu unserem VIP-Bereich
- 12 Module je 4 Stunden Inhalt
- 3 Live-Calls wöchentlich
Menschen kennen jetzt die Verpackung, aber nicht den Inhalt – und springen wieder ab.
Warum nicht so?
Wir zeigen dir wie:
- Du mit deinem hochtechnischen Produkt fachfremde Investoren begeisterst
- Du in der Kaltakquise an abgeschirmte Geschäftsführer kommst
- Du in 30 Minuten vom Mindset her selbstbewusst in dein nächstes Feedback-Gespräch gehst
Das ist Inhalt, nicht nur Verpackung, in Form von Situationen, die jeder sofort begreift.
In der Sprache der Besucher sprechen
Die Sozialen Medien konditionieren uns auf Ungeduld, Denkfaulheit und konstante Reizüberflutung. Die sogenannten „Shorts“ auf Instagram, YouTube und Co. sind das neuste Beispiel dafür: Warum 20 Minuten ein Video schauen, wenn uns von jeder Plattform eine Masse an 30 Sekunden-Alternativen knallbunt anschreit?
Eine der Konsequenzen: die angesprochene drohende Denkfaulheit. Begriffe wie
- individuelle Lösungsarchitektur
- Kompetenzentwicklung und
- Transferbegleitung
müssten in diesem Zusammenhang auf einer Landingpage erstmal gedanklich übersetzt werden. Müssten – machen etliche Besucher aber nicht und verschwinden wieder.
Die wirkungsvollen Beispiele oben sind deshalb so wichtig. Sie erzählen in Bildsprache von einer Situation, die jeder kennt. No translation needed.
Ein Resümee: Gute Landingpages beantworten nicht jede Frage
… sie beantworten aber die jeweils nächste Frage, die immer lautet: „Warum sollte ich jetzt weiterlesen?“
Genau das ist seit Jahren mein Beruf: komplexe Gedanken so zu formulieren, dass sie bei der Zielgruppe landen. Auf der Bühne, im Vertrieb und inzwischen immer häufiger auf Landingpages.