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Agentic AI wird zum Top-Thema im Marketing

Future Marketing Index Sommer 2026: Agentic AI steigt als Neueinstieg direkt auf Rang zwei. LinkedIn und E-Mail bleiben wichtigste Marketingkanäle.
marketing-BÖRSE | 08.09.2026
Die Top10 Marketing-Trends © marketing-BÖRSE
 

Künstliche Intelligenz bleibt das dominierende Thema auf der Marketingagenda – doch der Fokus verschiebt sich. Statt allgemein über „KI im Marketing“ zu sprechen, beschäftigen sich Marketingverantwortliche zunehmend mit konkreten Anwendungen wie Agentic AI, Agentic Commerce, AI Search oder GEO. Das zeigt der neue Future Marketing Index Sommer 2026 der marketing-BÖRSE. 1.310 Marketingverantwortliche bewerteten dafür die aktuell und künftig wichtigsten Marketingthemen. KI im Marketing bleibt mit 81,5 Prozent aktueller Relevanz unangefochten auf Rang eins. Agentic AI steigt neu ein und landet direkt auf Rang zwei.

Agentic AI überspringt etablierte Marketingthemen

49,5 Prozent der Befragten halten Agentic AI bereits heute für relevant, 61,3 Prozent erwarten künftig eine wachsende Bedeutung. Damit erreicht das Thema aus dem Stand die zweithöchste Zukunftsrelevanz der gesamten Erhebung. Auch Agentic Commerce steigt neu auf Rang zwölf ein. Human-in-the-Loop landet als weiteres neues KI-Thema auf Rang 22.

„Wir sehen gerade die nächste Stufe der KI-Nutzung im Marketing“, sagt Geschäftsführer Torsten Schwarz. „Es geht nicht mehr nur darum, mit KI Texte oder Bilder zu erstellen. Marketingverantwortliche beschäftigen sich zunehmend mit Systemen, die Aufgaben selbstständig planen, Tools koordinieren und ganze Prozesse übernehmen können.“

Diese Entwicklung verändert auch die Rangfolge etablierter KI-Themen. Prompting fällt fünf Plätze zurück, Conversational AI sieben Plätze. Das bedeutet jedoch nicht automatisch einen Bedeutungsverlust: Bei Conversational AI liegt die zukünftige Relevanz mit 42,1 Prozent deutlich über der aktuellen Bewertung von 28,7 Prozent. Neue Themen wachsen lediglich noch schneller.

Klassische SEO verliert gegen AI Search und GEO

Besonders deutlich ist der Generationswechsel bei der Suche. AI Search erreicht Rang drei der Gesamtwertung und wird von 50,2 Prozent aktuell sowie 57,7 Prozent künftig als relevant eingestuft. GEO – Generative Engine Optimisation – behauptet Rang fünf mit 46,3 Prozent aktueller und 49,3 Prozent zukünftiger Relevanz. Future of Search folgt auf Rang neun.

Klassische SEO landet dagegen nur noch auf Rang 32. Zwar halten 28,5 Prozent das Thema aktuell für relevant, für die Zukunft sind es lediglich 12,9 Prozent. Die Differenz von minus 15,6 Prozentpunkten ist eines der deutlichsten Signale der Erhebung.

„SEO verschwindet nicht, aber die Spielregeln ändern sich“, sagt Schwarz. „Unternehmen müssen nicht mehr nur dafür sorgen, bei Google gefunden zu werden. Entscheidend wird zunehmend, ob Marken, Produkte und Inhalte auch in KI-generierten Antworten sichtbar und zitierfähig sind.“

Klassiker verlieren ihren Status als Zukunftsthemen

Die Verschiebung betrifft nicht nur Search. Mehrere etablierte Marketingdisziplinen werden aktuell noch stark genutzt, gelten aber deutlich seltener als Zukunftsthemen. Customer Journey erreicht beispielsweise 50,7 Prozent aktuelle Relevanz, aber nur 27,4 Prozent zukünftige. Beim Content Marketing stehen 40,9 Prozent aktuell lediglich 18,5 Prozent künftig gegenüber.

Auch in CRM und Media verschieben sich die Prioritäten. Customer-Data-Plattformen verlieren 20 Rangplätze, First-Party-Daten elf. Gleichzeitig gewinnen Datenschutz, Datentransparenz und Segmentierung an Boden. Im Media-Bereich steigen ID-Lösungen um 13 Plätze, während Behavioral Targeting 23 Plätze verliert. Die Daten deuten damit auf ein wachsendes Interesse an vertrauenswürdigen Daten, neuen Identitätsmodellen und KI-tauglichen Strukturen hin.

LinkedIn und E-Mail bleiben Kommunikationsfundament

Bei den Kommunikationskanälen ändert sich an der Spitze wenig. LinkedIn wird von 76,8 Prozent der Unternehmen eingesetzt und bleibt damit die Nummer eins. E-Mail-Marketing folgt mit 75,2 Prozent nur knapp dahinter. Instagram erreicht 61,7 Prozent, Facebook und YouTube jeweils 52,2 Prozent.

Besonders dynamisch entwickeln sich kleinere Kanäle. 22,8 Prozent nutzen bereits Podcasts, weitere 11,5 Prozent planen den Einstieg. Bei WhatsApp stehen 21,8 Prozent bestehender Nutzung weitere 11,3 Prozent Planungen gegenüber. Relativ zum heutigen Bestand entspricht dies einem möglichen Ausbau um rund 51 beziehungsweise 52 Prozent.

„LinkedIn und E-Mail sind inzwischen die beiden stabilen Säulen der Unternehmenskommunikation“, sagt Schwarz. „Interessanter wird deshalb die zweite Reihe. Gerade WhatsApp und Podcasts besitzen noch erhebliches Wachstumspotenzial.“

Zur Methodik

Die marketing-BÖRSE ermittelt gemeinsam mit DMEXCO, BVDW und Horizont zweimal jährlich die wichtigsten Marketingthemen im DACH-Raum. An der Sommer-Erhebung 2026 beteiligten sich 1.310 Marketingverantwortliche. Grundlage waren die 80 klickstärksten Themen des Fachportals marketing-BÖRSE. Aus methodischen Gründen wurden jeder teilnehmenden Person zufällig 20 der insgesamt 80 Themen zur Bewertung vorgelegt. Dadurch liegen pro Thema im Durchschnitt rund 330 Antworten vor. Erfragt wurden sowohl die aktuelle Relevanz als auch die erwartete zukünftige Bedeutung.

Zusätzlich wurde erhoben, welche Kommunikationskanäle Unternehmen bereits einsetzen und welche sie künftig nutzen wollen. Insgesamt wurden 15 Kanäle untersucht.